Samstag, 29. März 2008

Location, Location!

Schauplätze entdecken...

Schauplätze, habe ich die Erfahrung gemacht, muss man nicht suchen, denn sie finden einen so oder so. Ein Ort, der in mir ganz bestimmte Gefühle auslöst, ist schon einmal ein potentieller Schauplatz und wird dann zu einem definitiven Schauplatz, wenn diese Gefühle eine Geschichte ergeben, oder zumindest, für den Anfang, die Idee einer Geschichte. Bei Froschkönig war das leicht, denn ich wollte nach London. London gibt mir Sicherheit, weil ich mich dort blind zurecht finde, meine Plätze habe, mit denen mich viele Emotionen und Geschichten verbinden und es nicht schwer war, daraus interessante Handlungsstränge zu erzeugen. Bei meinen Aufenthalten im Regent Palace Hotel hatte ich immer eine Ahnung, dass das einmal mein verwunschenes Schloss oder mein Irrgarten werden wird, zumal ich mich tatsächlich öfter drinnen am Weg zum Klo verlaufen habe, als ich gerne zugebe. ;-)
Wenn nun so ein Platz gefunden ist, an dem man die Story spielen lassen möchte, gilt es, viel Zeit damit zu verbringen, diesen Platz auf sich wirken zu lassen, also hin zu fahren, Fotos zu machen, herum zu laufen und, was sich oft als sehr ergiebig herausstellt, die historischen Fakten zu recherchieren. Dabei stößt man immer wieder auf erstaunliche Ideen-Goldgruben, oder sogar, wie im Falle von einem gewissen Brunnen in Hampstead, auf des Rätsels Lösung. :-)



Dienstag, 25. März 2008

Über Figuren

Ein bisschen Gott spielen...

Nachdem ich meine Romanfigur gemeezt habe, sprich ein klares optisches Bild vor mir sehe, geht es an die Figurenbiografie. Das ist ein Vorgang, der für mich einerseits etwas von "Gott spielen" an sich hat, andererseits viel Zauberei ist. Regel gibt es keine dafür, Figurenbios passieren einfach, oder, besser gesagt, sie sind immer da und ich bin nur der Bildhauer, der die Skulptur frei legt, die ohnehin im Stein drinnen steckt. Mein Meissel ist ein Kugelschreiber, mehr nicht, denn diese Tätigkeit mache ich lieber handschriftlich, um den Bewusstseinsstrom nicht durch Tippfehler oder ärgerliches scrollen zu behindern. Natürlich habe ich davor schon einige Zeit über die Figur nachgedacht. Ich habe so lange mit der Meez Figurine herum gespielt bis ich zufrieden war, ich habe meine Haltung zu der Figur und ihre wichtigsten Charaktereigenschaften gespürt und, wichtigster Punkt, ich habe der Figur einen Namen gegeben. Bevor der Name nicht feststeht, kann ich keine Biografie schreiben. Man darf sich das nicht so vorstellen wie die Namensfindung für ein Baby, da es ja um Vor- und Nachname geht und außerdem, wie die ganze Biografie, auch dieser Name schon in der Figur steckt. Hat man ihn gefunden, dann fühlt er sich richtig an, wie ein Puzzlestein, der passt, etwas rastet ein und man ist bereit, all das aufzuschreiben, was dieser Name einem verrät. Die Herkunft, das Alter, die Familiengeschichte, die Talente, die schlechten Eigenschaften, die Beziehungen zu anderen Menschen, einfach alles. Magie ist sicher dabei und wenn es gute Magie ist, dann hat man am Ende eine Figur, die dem Leser plastisch, real, liebenswert, verachtenswert oder hässlich scheint, zu der er aber, in jedem Fall, eine Beziehung für die Dauer seiner Lektüre aufbaut und die ihn, im besten Fall, tief berührt.



Mittwoch, 19. März 2008

Mister Stephen King

Mein Vorbild...

Gerade bin ich mit "Wahn" fertig geworden, nach "Love" nun schon der zweite gute King in Serie nach einem leichten Durchhänger in den letzten Jahren. Es ist ein leiserer, reiferer King, der da schreibt, ein King, der sich tief, tief mit dem Wesen des Künstlertums auseinandergesetzt hat und nun die Gespenster in den Mittelpunkt stellt, die den Künstler, im Fall von "Wahn" den Maler, im Fall von "Love" den Schriftsteller jagen. Da geht es weniger um den oberflächlichen Schrecken, wie er ihn bei Büchern wie Cujo oder Friedhof der Kuscheltiere praktiziert hat, wirklicher Horror ist vielleicht auf zwanzig, dreissig Seiten präsent, der Rest ist Charakterstudie, liebevolle Detailarbeit und ein Sog, der immer noch so stark ist wie in seinen ganz großen Würfen. Schreiben können wie King, das wäre was, ja, aber weil ich ich bin ziehe ich eben meinen Hut, sage danke für drei faszinierende Tage auf Duma Key, tauche, knapp vor Perses Totenschiff gerettet, wieder in meine Welt auf und arbeite an meinem eigenen Exposé, hoffend, dass irgendwer irgendwann mal sagt schreiben wie...
;-)



Donnerstag, 13. März 2008

Meezing...

Die etwas andere Art, Charaktere zu erschaffen.

Verspielt, wie ich nun einmal bin, genügt es mir nicht, mich mit Papier und Kuli hin- oder an ein Word Dokument am Computer zu setzen, wenn es darum geht, meine Charaktere entstehen zu lassen. Ich habe meine ganz eigene Methode entwickelt, und zwar die Kreation von Internet-Avataren. Meez.com ist dafür eine herrliche Fundgrube. Wenn es also daran geht, zu überlegen, wie schaut meine Figur aus, welche Kleidung trägt sie, welche Haltung hat sie oder sogar welchen Beruf, welchen Platz im Leben, dann logge ich mich erst einmal auf der Meez-Homepage ein. Dort ist die Auswahl an Features zwar nicht unendlich, aber doch ziemlich umfangreich und vor allem eines: sehr anschaulich, mit ansprechender Optik. Außerdem kann man wunderbar experimentieren, Sachen ausprobieren, sich auch mal austoben und, wenn man Glück hat, entstehen daraus ganz erstaunliche Dinge, per Zufall oft, oder durch ein geheimnisvolles unbewusstes Wissen. So habe ich etwa heute, als ich nur zwecks Spielerei meinem neuen männlichen Protagonisten in "Rotkäppchen" einen Skizzenblock statt eines Notizblocks in die Hand gegeben habe, viel Neues über ihn heraus gefunden und ihm damit eine neue Aura verliehen. Genug Spoiler aber jetzt, ihr werdet ja sehen, was daraus wird. ;-)

Hört sich verrückt an? Das ist es wohl auch, aber ich versichere euch, es funktioniert!



Montag, 10. März 2008

Aschenputtel und die Kichererbsen

Über die Zubereitung von Humous zu Ideen...

Hat jemand schon einmal Humous selbst zubereitet? Nun, ich habe das gestern in Angriff genommen und zwar ohne schummeln, sprich unter Verwendung ganzer, ungekochter und ungeschälter Kichererbsen. Dabei weicht man diese über Nacht ein, kocht sie am nächsten Tag eine Stunde und dann fängt die faszinierende Tätigkeit des Enthäutens an. Wie Bilderbuch-Aschenputtel stand ich am Herd und drückte jede Kichererbse einzeln aus ihrem Verhüterli-Häutchen in eine Schüssel. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Das ist nach einiger Zeit ähnlich entspannend wie Pickel ausdrücken, nur um einiges besser für die Haut, außer dass man am Ende völlig verschrumpelte Fingerkuppen hat von all den nassen, warmen Kichererbsen. ;-) Sehr gute Tätigkeit, um Kopfarbeit zu leisten und über Ideen oder Plotentwürfe nachzudenken. Normalerweise tue ich das ja beim Auto fahren, dabei ist mein Gehirn einfach am produktivsten, da fällt es mir leicht, tagtraumgleich Dialoge in meinem Kopf durchzuspielen oder Zusammenhänge zu hinterfragen. Ich wüsste gerne, ob jeder Schriftsteller so seine Alltagsluftblasen hat, in denen er abhebt, um seine Geschichtenbausteine zu sortieren...

PS: Für die Köche unter euch: Anschließend Kichererbsen mit Tahin (Sesampaste vom Türken), Zitronensaft, Sud und Olivenöl pürieren, bis es eine cremige Konsistenz hat und mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, süßem Paprikapulver und (wer mag) Knoblauch abschmecken. Ich bin süchtig nach dem Zeug auf Fladenbrot oder frisch aufgebackenen Weckerln. :-P



Freitag, 7. März 2008

Über Ideen

Sie wachsen jedenfalls nicht auf Bäumen...

Wenn ich eine Idee habe, hängt diese meistens ganz stark mit dem Gefühl für einen Ort oder für einen Menschen zusammen. Das ist so ein warmer Luftstrom zwischen Herz und Nasenlöchern, der eine gewisse Euphorie auslöst, die schließlich Bilder in meinem Kopf formt. So werden die Ideen bei mir geboren. Natürlich macht eine Idee noch keine Geschichte aus, aber ich liebe es, wenn sich Puzzlesteine zusammenfügen. Meist passiert mir das mitten in der Nacht. Da gibt es so und so viele emotional gefärbte Ideen, die wie winzig kleine Zeppeline in meinem Kopf herumschwirren und immer wieder miteinander kollidieren. Davon werde ich sehr oft ganz plötzlich wach, irgendwann zwischen zwei und vier Uhr. Da macht es dann nicht kling oder dong, wie man vermuten könnte, sondern bei mir hört sich das an wie gisch-swisch, worauf ich kerzengrade in meinem Bett sitze und weiß: Natürlich! Idee A ergibt Idee B und daraus resultiert dieser spezielle Plot, den man am besten in diesem oder jenem Kapitel entwickeln könnte. Wenn ich dann nicht vergesse, mir den Geistesplitz zu notieren (vollgeschmierte Taschentücher, Probenpläne, Buchdeckel etc. können das bezeugen), bin ich am Morgen ein Stück weiter als am Abend und genau das liebe ich besonders am Beruf Schriftsteller: Hin und wieder arbeitet man am Besten im Schlaf! ;-)



Mittwoch, 5. März 2008

Mein Gott, ich bin Schriftstellerin! :-)

Das neue Leben...

Worauf ich warte, ist, dass das neue Leben beginnt. Noch ist alles so alltäglich, in die Oper gehen, Proben planen, Proben leiten, dabei sollte doch jetzt dieses "Alles anders" in Gang kommen, dieser Schreibrhythmus und so. Ich lese gerade Elizabeth George's "Wort für Wort" und bewundere ihre Planungsfähigkeit. Ich sollte damit anfangen, Stufendiagramme zu erarbeiten, momentan lasse ich mich sehr vom Plot führen und ich überlege verzweifelt, was die Lieblingsfarben, Lieblingsspeisen und skurrilen Hobbys meiner Figuren sind. Habe ich darüber je genau nachgedacht? Wenn Lady Grey spricht, höre ich sie in meinem Kopf ganz klar und deutlich. Liegt das daran, dass ich ihre Stimme lange schon kenne? Andererseits ist Kornblume eine Momenterfindung und ich höre sie nicht weniger gut... Ach, verdammt, wenn ich nur wüsste, wie ich mir selbst erklären soll, was ich da intuitiv richtig gemacht habe. Ich habe mich an meinen Computer gesetzt und habe eine Geschichte aufgeschrieben. Der Gedanke, dass Frau George einen Wälzer von 350 Seiten über diese Tatsache und deren Geheimnisse zustande bringt, setzt mir schon zu, immerhin werden zwangsläufig Fragen auftauchen und besser hätte ich dann kluge Antwortsätze parat. Also Schrifsteller sein ist eines, aber sich anhören wie einer, das wird noch ein wenig Zeit brauchen... ;-)




Loading...

Popular Posts

Followers

Youtube

You can replace this text by going to "Layout" and then "Page Elements" section. Edit " About "
Claudia Toman. Powered by Blogger.
 

Nathan Fillion saved my life...

Wir waren da!

Translate

Es ist ein Fehler bei diesem Gadget aufgetreten.
                                         Steampunk Maus im Header gezeichnet von David Petersen.

Der Meister spricht...

Copyright 2010 Claudia Toman - Autorenseite. All rights reserved.
Themes by Bonard Alfin | Distributed by: free blogger template videobest blogger templates of 2013 | best vpn anonymous best vpn on mac