Sonntag, 23. November 2008

Angstzustände

Wenn man drüber nachdenkt...

... und vor allem, wenn man andauernd und überall zu lesen bekommt, dass Erstlingsautoren am überfüllten Buchmarkt keine Chance haben, dass es einfach keinen Platz am Markt gibt und dass man ohnehin nicht davon ausgehen kann, vom Schreiben leben zu können, dann kann man schon mal Angst bekommen. Oder, besser gesagt, man beginnt sich zu fragen, um wieder einmal Mel Brooks Producers zu zitieren: Where did we go right??? Sicher, man liebt das, was man geschrieben hat, jedes einzelne Wort davon, man hat sich eine Geschichte aus dem Herz gerissen, hat Wunden frei gelegt, hat Tränen in Buchstaben verwandelt, doch was ist das anderen? Wie ist es möglich, dass es funktioniert? Und wird es denn funktionieren? Mein sehr marktorientierter Verlag scheint davon auszugehen, aber mir wird manchmal angst und bange. Diesen Artikel hab ich unlängst im "Kurier" gelesen und nur dank eines Bechers starken, heißen Mets verdaut... ;-)

Schreibarbeit (Sandra Baierl Kurier 15.11.2008) Die romantische Vorstellung sieht den Schriftsteller am Computer tippen, tage- und nächtelang füllt er die Seiten seines neuen Buches, formuliert dafür Sätze, konstruiert Kapitel, verwirft und verbessert den Plot - schafft Geschichte. Am Ende stehen Ruhm, öffentliche Lesungen und ein Honorar, das ihn bis zum nächsten Buch gut leben lässt. Die Realität sieht anders aus. Das bestätigen Jungautoren ebenso wie renommierte Schreiber (siehe Seite 2): Der Job des Schriftstellers ist beinhart, die Chancen auf Veröffentlichung sind gering, die Verdienstmöglichkeiten - von Ausnahmen wie etwa J. K. Rowling oder Daniel Kehlmann abgesehen - nicht gerade die besten. Für ein Buch, an dem ein Autor Jahre arbeitet, erhält er nur zehn Prozent vom Ladenverkaufspreis. Bei einer Bestseller-Auflage von 5000 Exemplaren macht das einen Verdienst von 10.000 Euro für ein Zwanzig-Euro-Buch. Dem Traumberuf Autor ist das Glanzvolle damit schnell abgeräumt. Sogar Erfolgsautor Franzobel rät zum Zweitjob, um sich den Erstjob Schriftsteller leisten zu können. Wer nicht berufen ist und anders kann, ist mit einem "gelernten Beruf" besser dran. Im Bestfall übernimmt das Hobby Schreiben irgendwann das Ruder.



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