Freitag, 31. Dezember 2010

We'll take a cup o' kindness yet for auld lang syne!


Ich wünsche allen treuen Lesern dieses Blogs ein frohes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!


Donnerstag, 23. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!



Ich wünsche allen LeserInnen, FreundInnen, BlogbesucherInnen und BekanntInnen (habe ich schon mal erwähnt, dass ich das Binnen-I nicht leiden kann?) ein frohes Weihnachtsfest, schöne, gemütliche, kalorienreiche Feiertage und ein glückliches neues Jahr!

Und damit der Lesestoff nicht ausgeht, gibt es NUR HEUTE, weil Weihnachten ist, meine Kurzgeschichte "Hering mit Heiligenschein" zum Download.
Ich freue mich, dass so viele das Geschenk abgeholt haben und wünsche viel Spaß beim lesen! :-)



Freitag, 17. Dezember 2010

Sehnsucht nach Adrian...

Tja, so wohlig ich mich mit den neuen Chicklit Protagonisten zurecht gefunden und verschwestert habe, so stark ist jetzt doch die Sehnsucht nach dem Herzensprojekt. Also plotte ich wieder am Krimi, der mir lange schon unter den Nägeln brennt, obwohl er die schwierigste Aufgabe ist, die ich mir je gestellt habe. Aber der Mensch braucht ja Herausforderungen. Und ich habe endlich mit dem Prolog begonnen. Ich muss sehen, ob das was ich vorhabe funktioniert, ob die Perspektive so möglich ist, und dabei gilt es dann auch noch ganz profan medizinische Voraussetzungen zu klären. Erste Erkenntnis: So leicht stirbt man nicht! Erstaunlich aber wahr. Außerdem gibt es da noch eine ganz und gar unweihnachtliche Pflichtlektüre zu lesen ehe ich mich in den Kopf meiner mordenden Figur hinein versetzen kann. Ach Gott, will mir nicht endlich jemand die Entscheidung abnehmen, in welche Geschichte ich mich jetzt ein paar Monate lang vertiefe?





Mittwoch, 8. Dezember 2010

Über Verliebtheit...

Ich komme langsam in die neue Geschichte rein. Das erste Kapitel habe ich noch in einem seltsamen Zustand der Fremdheit geschrieben, aber ich beginne nun im zweiten Kapitel wieder das gewohnte Gefühl für meine Hauptfigur zu bekommen, ich nähere mich dem Punkt, wo ich nicht mehr drüber nachdenken muss, was sie warum tut. Es ist wie in jeder Beziehung, am Anfang ist alles neu und ungewohnt, man bewegt sich leise, tastet sich an die wichtigen Informationen heran. Das ist aufregend, schön, aber auch beunruhigend. Ich schlafe schlecht, fühle mich wie frisch verliebt, wenn ich an meine Protagonisten denke und überlege in den seltsamsten Situationen was sie mögen, wie sie fühlen und woher sie kommen. Es ist verrückt, es ist so wie man an den Mann denkt, der einem gerade durch den Kopf spukt. Und auch da spukt es gewaltig. Das ist eine sonderbare, zündende und heftige Mischung! Dazu fällt mir Annett Louisans schönstes Liebeslied ein. Scheiße, bin ich verliebt...



Samstag, 4. Dezember 2010

Das Eponinesyndrom (repeat)


Eine Frage an alle Eponines dieser Welt: Was macht uns zu Eponine oder, anders gefragt, was macht uns nicht zu Cosette? Warum streifen wir nachts allein durch die Straßen, zählen die Lichter hinter fremden Fenstern und erfinden Träume, die nur Schäume sind? Anderswo werden Frauen selbst in noch so abgelegenen Gärten (und mit noch so üblem Couturefeeling!) gefunden, geliebt und vor Altäre geführt. Sie werden Mütter von reizenden Wunderkindern und haben fortan immer jemanden, der die zweite Portion Dosensuppe isst und zahlen nie Einzelzimmerzuschlag auf Reisen. Warum aber leiden manche von uns am Eponinesyndrom, kauern im Winkel und verzehren uns nach Männern, die uns einfach nicht sehen wollen? "Mach doch endlich die Augen auf, Marius!", wollen wir rufen, doch kraftlos drehen wir uns um, vergraben die Hände in den Manteltaschen und begnügen uns damit, dass wir ja immer noch in seinen Armen sterben können. Dummerweise spielen sich die aktuellen Revolutionen nicht mehr auf Barrikaden ab, sondern an den Computern dieser Welt. Also, liebe Leidensgenossinnen, lasst uns wenigstens seinen Maileingang mit Herzblut beflecken! Wenn wir schon an unerfüllter Sehnsucht den Tod an den von ihnen errichteten Barrikaden sterben müssen, dann lasst uns das wenigstens in Würde tun. Also los! An die Mailprogramme, an die sms-buttons, an die Blog-Seiten, es ist Zeit, euch etwas von der Seele zu schreiben und zwar mit voller Überzeugung:
Marius, du Idiot, du weißt ja gar nicht, was du verpasst! Ha!



Freitag, 3. Dezember 2010

Ich bin bei Facebook!

Jetzt hat sie es geschafft, die moderne Internetwelt, endgültig. Ich ergebe mich dem kollektiven Facebook-Dasein und besitze nun auch eine Autorenseite dort. Damit es einen gewissen Anreiz gibt, dass ihr mir dort folgt und nicht nur fragt: Meine Güte, wozu das denn? verlose ich unter all jenen, die bis 6.12. 23:59 als Fans angemeldet sind drei signierte Exemplare von Schneegeflüster. Einfach auf "gefällt mir" klicken und automatisch an der Verlosung teilnehmen. Noch einmal erinnern möchte ich auch an das spezielle Wichtelpaket, das ich unter denen verlose, die mir bis 12.12. ihre "Goldprinz" Vorbestellung mailen. Also eigentlich eine Adventszeit voller Geschenke. Macht mit! :-)



Donnerstag, 2. Dezember 2010

Die letzte Einstellung...

Ein feierlicher Moment, immer wieder: Ich kenne die Abspannmusik!
Das muss ich erklären. Großer Filmfreak der ich bin, ist für mich eine Romanidee erst so richtig fertig, wenn ich mir den Abspann vorstellen kann. Also die letzte Kameraeinstellung und die Musik, die dann einsetzt. Kennt jemand zufällig den Film "Working Girl"? Auf Deutsch "Die Waffen der Frauen", wo sich Melanie Griffith und Sigourney Weaver um Harrison Ford streiten. Da bekommt Melanie Griffith am Ende ihren Herzenswunsch erfüllt, ein eigenes Büro, sie, das Working Girl hat es geschafft, sich hochzuarbeiten. Das erzählt sie am Telefon ihrer besten Freundin. Man sieht die Einstellung eines Großraumbüros. Plötzlich mittendrin reißt eine Frau die Arme in die Höhe und dazu setzt Carly Simon mit "Let the river run, let all the dreamers wake the nation" ein. Gänsehaut, jedes Mal. Und dann sieht man Melanie Griffith in ihrem Büro und die Kamera zoomt weg, aus dem Fenster, dem Gebäude, immer weiter, bis man dieses eine Fenster unter all den Fenstern der Stadt nur noch erahnen kann. Das stärkste Filmende, das ich kenne (vielleicht abgesehen von "O Captain my Captain"!), ich heule jedes Mal und schmiede sofort Pläne, die Welt zu verändern.
Wenn ich eine Geschichte so richtig greifen kann, dann passiert es immer irgendwann, dass ich ein Lied höre und dazu ganz deutliche Bilder sehen kann. Den "Abspann". Bei "Hexendreimaldrei" damals ist mir das mit Thomas Borcherts "Wandering Season" so ergangen. Das perfekte Lied für die Szene, die ich im Kopf hatte. Bei "Jagdzeit" war es "Wise Up" von Aimee Mann und bei "Goldprinz" dieses hier. Und jetzt, beim neuen Projekt "Schreiben nach Olivia"? Das kann ich natürlich noch nicht verraten. Aber heute beim Autofahren irgendwo zwischen Schäffern und Zöbern ist es passiert. Das Lied und dazu die Bilder. Starke, gute Bilder. Für die Fans von Six Feet Under: Wer das Serienende kennt, der wird mich verstehen. Wenn Bilder und Musik zusammen ein Gefühl erzeugen, dann ist das so wunderzauberhaft, dass einem fast das Herz bricht. So und nicht anders wünsche ich mir auch meine Schlüsse, nur dass die Wörter Musik und Bilder in einem sein müssen...


Montag, 29. November 2010

Goldprinz ist vorbestellbar!

Gerade vorhin erreichte mich die Info von Rici, dass GOLDPRINZ jetzt bei Amazon gelistet ist. Das freut mich gleich so, dass ich unter allen, die mir bis 12.12. ihre Bestellbestätigung der Vorbestellung an hexendreimaldrei@gmail.com mailen ein Weihnachtswichtelpaket mit signiertem Schneegeflüster und einigen Überraschungen verlose. Also, die Vorbestellzeit ist eröffnet! :-)



Sonntag, 28. November 2010

Enchanted...

Taylor Swifts wunderbaren Song summe ich jetzt seit einer Woche ununterbrochen. Womöglich hab ich in Schlummerland einen Polster zu viel an den Kopf bekommen oder ich leide unter dem akuten Winterbeginn. Ich muss dringend zur Entkitschung.
Scheiße!



Mittwoch, 24. November 2010

I'm outside your picture frame!

Nachdem Youtube es mir bestimmt wieder wegen des Soundtracks löscht, möchte ich hier im neuen Blog - endlich - das Video posten, das ich im Frühjahr anlässlich der Buchpräsentation von Jagdzeit geschnitten habe. Mein erstes Interview! Und Karaoke singen war damals auch schon ganz meines. ;o)
Viel Spaß!

video

WHAT IF - EMILIE AUTUMN

Here you sit on your high-backed chair
Wonder how the view is from there
I wouldn't know 'cause I like to sit
Upon the floor, yeah upon the floor
If you like we could play a game
Let's pretend that we are the same
But you will have to look much closer
Than you do, closer than you do

And I'm far too tired to stay here anymore
And I don't care what you think anyway
'Cause I think you were wrong about me
Yeah what if you were, what if you were

And what if I'm a snowstorm burning
What if I'm a world unturning
What if I'm an ocean, far too shallow, much too deep
What if I'm the kindest demon
Something you may not believe in
What if I'm a siren singing gentlemen to sleep

I know you've got it figured out
Tell me what I am all about
And I just might learn a thing or two
Hundred about you, maybe about you
I'm the end of your telescope
I don't change just to suit your vision
'Cause I am bound by a fraying rope
Around my hands, tied around my hands

And you close your eyes when I say I'm breaking free
And put your hands over both your ears
Because you cannot stand to believe I'm not
The perfect girl you thought
Well what have I got to lose

And what if I'm a weeping willow
Laughing tears upon my pillow
What if I'm a socialite who wants to be alone
What if I'm a toothless leopard
What if I'm a sheepless shepherd
What if I'm an angel without wings to take me home

You don't know me
Never will, never will
I'm outside your picture frame
And the glass is breaking now
You can't see me
Never will, never will
If you're never gonna see

What if I'm a crowded desert
Too much pain with little pleasure
What if I'm the nicest place you never want to go
What if I don't know who I am
Will that keep us both from trying
To find out and when you have
Be sure to let me know

What if I'm a snowstorm burning
What if I'm a world unturning
What if I'm an ocean, far too shallow, much too deep
What if I'm the kindest demon
Something you may not believe in
What if I'm a siren singing gentlemen to sleep
Sleep...
Sleep...


Sonntag, 21. November 2010

Das Große Tiempo Autorenfest



Das Wiener Buchcafe „Tiempo“ lädt am 23.11.2010 zu einer bibliophilen Feier der besonderen Art.

„Das Große Tiempo Autorenfest“ ist eine Veranstaltung, bei der Wiener Autorinnen und Autoren Auszüge aus ihren Werken lesen, Bücher signieren und gemeinsam mit dem Publikum auf ihre bisherige Arbeit anstoßen werden. Unter ihnen finden sich Claudia Toman, Georg Elterlein, Victoria Schlederer und Valentina Berger, die mit ihren Büchern längst bei großen Verlagen reüssieren.

Mit Unterstützung von Heyne, Diana und Piper Verlag können bei einer literarischen Tombola darüber hinaus nummerierte Pflücktexte als Gewinnlose erworben werden. Es winken zahlreiche außergewöhnliche Bücherpreise, Weine und auch spezielle „Leseratten“. Eine Weinverkostung (Weingut Haimer, Poysdorf) wird den feierlichen Rahmen unterstreichen, und allen Interessierten bieten die Buchmesseprofis Richard K. Breuer und Albert Knorr eine spannende Diskussionsrunde zum Thema „Selbstverlage“ und „Social Media für Kleinverlage“.

Ich freue mich auf euren Besuch!

Termin: Dienstag, 23. November 2010,
Einlass ab 18.30 Uhr; Programm ab 19.00 Uhr
Ort: Tiempo Buch & Cafe, Wien, 1. Bezirk, Johannesgasse 16.
Tel: +43-1-5131985 E-Mail: tiempo@tiempo.at
http://www.tiempo.at



Samstag, 20. November 2010

Fähnchen asleep...



Mitten in die heftigste Woche, die aus Proben in der Oper, Vorbereitungen für Das Große Tiempo Autorenfest und Recherche für die neuen Projekte besteht, flattert natürlich die Goldprinz Fahne ins Haus. Da das die letzte Chance für finale Änderungen, Ergänzungen und Fehlerausmerzung ist, verlangt die Fahne meine volle Aufmerksamkeit. Aber irgendwann mag das Hirn nicht mehr. Nach einem anstrengenden Probentag, Rundmails und Besprechungen für nächsten Dienstag und dem ganz normalen Alltagswahnsinn, war ich einfach zu erschöpft. Lesekoller von der übelsten Sorte und das beim eigenen Text! Aber an mir kann es ja nicht liegen, also muss es an mir liegen. Häh? Ich bin so müde! ;-)


Sonntag, 14. November 2010

Relaunch

Heute hat endlich der lang fällige Relaunch dieses Blogs stattgefunden. Ich habe das Design an "Goldprinz" angepasst und den Inhalt übersichtlich in Unterseiten eingeteilt. Damit sollte auch das Problem der Lesbarkeit gelöst sein, die bei heller Schrift auf dunklem Hintergrund immer wieder kritisiert worden ist. Unter "Veröffentlichungen" finden sich jetzt die Leseproben sowie die besten Videorezensionen zum Schmökern und Schauen. In der Youtube-Art finden sich meine Buchtrailer, meine Youtube-Lyrik und auch die Meez-Karaoke. Der neue Bereich Livestream ist noch in der Testphase. Dort möchte ich nach dem Vorbild der großartigen Jackson Pearce
regelmäßig Liveshows anbieten, demnächst als erster Test eine Liveübertragung des einzigartigen Großen Tiempo Autorenfestes, wo sage und schreibe sieben Autoren zur Lesung antreten werden. Im Dezember folgt eine Weihnachtssendung mit einmaliger Lesung meiner Kurzgeschichte "Hering mit Heiligenschein" und einigen Überraschungen. Ich bitte dranzubleiben und würde mich über Feedback zu den Neuerungen freuen!


Mittwoch, 10. November 2010

Schreiben Sie los!


Ein neuer Anfang...

Tag Eins vom Projekt "Schreiben Nach Olivia" hat soeben begonnen. Heute kam die Antwort meines Agenten auf mein Exposé, das sich für ihn vielversprechend anhört. "Schreiben Sie los!", meint Herr Jessen. Ich freue mich richtig darauf, zu beginnen. Das Genre? Frauenroman, diesmal ohne Fantasy, dafür aber mit einer Protagonistin, die in vielem ganz anders ist als die Chicks der Chick Lit. Sie ist auch ganz anders als Olivia, was eine wohlige Abwechslung ist. Ich liebe sie jetzt schon. Oder, besser gesagt, sie ist meinem Herzen schon zu nahe als dass ich sie nicht schreiben könnte, auch wenn das die anderen Pläne und ein Herzensprojekt erst einmal für ein paar Monate verschiebt, weil was muss, das muss. Was das bedeutet? Ab jetzt keine Ausreden mehr, oder, wie Shakespeare sagt, jeden Tag schreiben und wenn es nur ein Satz ist! Also los, ein erster Satz.



Samstag, 6. November 2010

Kunst ist überall!


Mein Gedicht "Gezeichnet" auf Plakaten in Skopje...



Einigen von euch habe ich es sicher erzählt. Ich hatte mein Gedicht "Gezeichnet", einer meiner liebsten und persönlichsten Texte, für ein ganz besonderes Projekt eingereicht. Das Projekt nennt sich "Kunst ist überall" und wird von der NGO Kontrapunkt organisiert. Für "Kunst ist überall" wurden insgesamt mehr als 100 Texte von mazedonischen und deutschen Autoren eingereicht. Eine deutsch-mazedonische Jury hat nach formalen und inhaltlichen Kriterien eine Auswahl von acht Texten getroffen. Die Jury bestand aus Vladimir Martinovski (Schriftsteller), Ksenija Cockova (Übersetzerin), Vladimir Jankovski (Verleger), Detlev Schlot (Deutsche Buchhandlung Skopje) und Wiebke Stadler (Kulturmanagerin).
Die ausgewählten Texte wurde ins Deutsche, Mazedonische und Albanische übersetzt. Die Designer Haina Fischer, Gjorgje Jovanovik, Carolin Loebbert und Branko Prlja haben je zwei der Texte visualisiert. Im September wurden sie im Stadtraum von Skopje in Plakatform aufgehängt. Es ist also tatsächlich so, dass mein Gedicht jetzt auf Plakaten in Skopje zu sehen ist. Das ist schon etwas ganz Besonderes für mich, auch wenn die Entfernung zu groß ist als dass ich selbst hinfahren könnte. Damit ihr euch den Text trotzdem ansehen könnt, habe ich dieses kleine Video dazu gemacht, ganz nach dem Motto "Kunst ist überall". Jetzt auch im world wide web. :-)



Sonntag, 31. Oktober 2010

Auflösung Schneegeflüster Gewinnspiel


And the winner is...




Mit Hilfe von random.org habe ich aus der Liste gültiger Teilnehmer eine Zufallsliste gemacht. Ich gratuliere ganz herzlich:
Birgit (@texterinforkids)
zum Gewinn eines signierten Exemplars von SCHNEEGEFLÜSTER mit einer kleinen Adventsüberraschung als Zugabe.
Ich danke allen für die vielen tollen Kommentare, Rezepte (Herrencreme wurde schon getestet!) und fürs mitmachen! Das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt! Und wer Lust bekommen hat, Schneegeflüster zu lesen oder zu verschenken, auch darüber freue ich mich natürlich, wenn ich schon die Ehre habe, unter so tollen KollegInnen in einer Anthologie vertreten zu sein. :-)




Montag, 18. Oktober 2010

Dito!


Ein Selbstversuch Teil Zehn


Der Grund, warum ich solche Plattformen bisher gemieden habe, ist der, dass Menschen, die man abweist so richtig fies werden können. TaureanDreams, 49jähriger Deutscher schickt mir einen Kuss. Ich kann diese Unart nicht leiden. Automatisiertes Kussversenden von Wildfremden halte ich für dreist und unpassend. Mich schüttelt es jedes Mal, wenn so ein roter Kussmund auf dem Bildschirm auftaucht und es dazu aus dem Lautsprecher schmatzt. Das überschreitet für mich eine private Grenze sowie jede Form guten Geschmacks. TaureanDreams habe ich diese Tatsache durchaus freundlich mitgeteilt, mit dem Zusatz, dass er von dem was ich suche (in Österreich lebend, maximal 45, Nichtraucher) weit entfernt ist. Ich wünschte ihm aber alles Gute für die Suche. Zurück kam eine bitterböse und sehr fiese Nachricht: Dito! Interessant was so sich alles Schriftsteller nennt. Wirst hier nicht viel Glück haben. Weiter an sich arbeiten - das hilft. Ich weiß zwar nicht wirklich, was mein Beruf mit meiner Abweisung zu tun hat oder warum ich mit klaren, ehrlichen Ansagen kein Glück haben sollte. Aber Dito gefällt mir. Erst krieg ich einen Kuss, dann ein Dito. Das nenne ich Flexibilität. Ich denke, mit der ablaufenden Premium-Mitgliedschaft endet bald meine Zeit in Flirtwunderland. Gelernt habe ich einiges:

- Frauen suchen Männer nach bestimmten Kriterien, Partnerschaftsanalysen und intensiven Profilstudien.
- Männer suchen Frauen. Wenn die nett aussehen ist's gut.
- Männer interessieren sich nicht dafür, was Frauen suchen. Sie sind davon überzeugt, dass sie zu finden sowieso ulitmativ ist.
- Ein Flirt beginnt unweigerlich mit einem Chat. Wer nicht chattet, ist flirtinkompatibel.
- Es ist wie im Leben: Zeigt man Interesse, kriegt man selten eine Antwort. Dafür interessieren sich die Uninteressanten für einen.
- Antwortet man nicht, ist das ok, schreibt man eine ehrliche Absage, wird einem empfohlen, die Einstellung zu ändern.
- Man sollte sich nie die Liste der Profilbesucher ansehen. Das ist echt abtörnend!

Im Gegensatz zu TaureanDreams, dem ollen Schmollmundküsser, bin ich der Meinung, dass man in Flirtplattformen sehr wohl mit Anspruch, Ehrlichkeit und klaren Vorstellungen Glück haben kann. Ich habe ein paar durchaus nette, kluge und durch Echtheit punktende Männer kennen gelernt, manche haben meine Absage mit so viel Freundlichkeit und Würde angenommen, dass ich meinen Hut ziehe, manche haben Anständigkeit bewiesen und sich von der Kommunikation verabschiedet, als sie wen kennen gelernt haben und andere haben tatsächlich mein Interesse geweckt. Mal schauen, was die Zukunft und vor allem das real life bringt. Vielen Dank allen treuen Lesern dieser Kolumne!



Freitag, 15. Oktober 2010

Ich hohle Nuss, ich!


Ein Selbstversuch Teil Neun


Fehlt mir die Abenteuerlust oder habe ich zu viele Folgen schlechter Fernsehkrimis gesehen? Sandro34 unterbreitet mir folgendes Angebot:
Dein Profil ist peppig! Ich würde mich freuen, mehr voneinander zu erfahren. Hast Du Lust gemeinsam mit mir meinen Geburtstag am kommenden Sonntag/Montag im Rogner Bad Bad Blumau in den Hundertwasser-Thermen zu erleben? Das fände ich witzig und spannend! Manchmal muss man ein bisserl verückt sein mit einer Idee. Würden natürlich vorher schon noch telefonieren usw. um zu gucken, ob und wie wir uns beide verstehen. Herzlich Sandro."
Gibt es tatsächlich Frauen, die sich auf etwas derartiges einlassen? Hat man denen als kleine Mädchen nicht beigebracht, keine Süßigkeiten von Fremden anzunehmen oder als Teens zu irgendwelchen Typen ins Auto zu steigen? Welche Form der Edelprostitution suggeriert dieses Angebot und, weiter gefragt, wie viel Achtung wird mir als Mensch entgegen gebracht, wenn mich wer nach einem gnädigen Telefonat gleich in irgendein Hotel entführen will. Und das, man lese und staune, nur nach Studium eines Internetprofils, in dem ich auch weißgottwas herbeilügen könnte. Ich könnte in Wahrheit eine picklige Sechzehnjährige oder ein notgeiler Mittsiebziger sein. Es mag ja sein, dass mir die Coolness fehlt, um mich auf solche Ausartungen moderner Internetkommunikation einzulassen. Oder, wie BN1969 es formuliert, ehe er mein Profil sperren lässt: "Hohle Nüsse wie dich brauche ich eh nicht!" Auslöser für diese verbale Attacke war übrigens meine dezente Antwort auf seine "Lust auf einen Flirt im Chat" Nachricht, die sich auf seinen Profilpunkt "Worüber können Sie lachen?", Antwort "über die Ignoranz so mancher Zicke hier" bezog. Ich versuchte ihm zu erklären, dass das Ignorieren meiner Bitte, via Nachricht und nicht via Chat zu kommunizieren eigentlich der Inbegriff von Ignoranz ist und man dafür gar keine Zicke zu sein braucht. Nun, die hohle Nuss bin dann offensichtlich ich, aber damit kann ich leben. Besser hohl als voll mit Würmerexkrementen, könnte man argumentieren.
Dafür zeichnet sich an anderer Front eine reale Begegnung ab. Ich muss aufpassen, was ich schreibe, denn der Mann kann googeln. ;-) Was mich irritiert ist: Der ist zu perfekt! Wie geht man damit um, wenn man ohne viel Erwartung so ein Netzwerk betritt, sich umsieht, mit jeder Menge Müll zugeschüttet wird und dann blitzt da etwas durch, das tatsächlich viel versprechend ist? Welche unermessliche Erwartungshaltung entsteht daraus und wird sie der Realität stand halten? Ich bin bereit, das Risiko einzugehen, und das ist für meine Verhältnisse Abenteuer genug.



Andrea Koßmann - Männertaxi





Nur ein Herz kann mehr geben als ein Körper...

Nachdem ich das Männertaxi in eine Parklücke manövriert habe, die sich momentan in meiner begrenzten Lesezeit kaum findet, habe ich so ein warmes, schönes Gefühl im Bauch. Das gelbe Buch kriecht langsam durch die herbstlichen Ritzen wie einer dieser letzten sonnigen Tage vor dem Winter. Es tut gut. Genau das will dieses Buch, und genau das gelingt ihm mühelos.
Mit sehr viel Ironie und Selbstkritik uns Frauen betreffend dreht Andrea Koßmann die Geschlechterrollen um und entwirft eine amüsante Vision, wie das denn wäre, wenn wir Frauen versuchen, uns wie Männer zu benehmen und Sex vor Liebe zu stellen. Isa und ihre Freundin Pia sind der Meinung, dass das die große Marktlücke ist: Männer, die Frauen zur Verfügung stehen, auf Bestellung und in jedem denkbaren Schärfegrad. Wie Pizza. Doch die Wahrheit ist ebenfalls höchst liebevoll und romantisch in der Geschichte verpackt: "Nur ein Herz kann mehr geben als ein Körper". So lernt auch Isa, dass Liebe ohne Verbundenheit, Verpflichtung und Nähe nicht das Gelbe vom Ei ist. Den Weg dahin geht man mit ihr durch alle Phasen weiblicher Logik und gespickt mit jeder Menge witziger, trauriger und verzwickter Situationen.
Ein klassischer Chick Lit Roman, der sich dennoch wie das gelbe Cover angenehm aus der Masse abhebt, denn Andrea Kossmann scheut sich nicht davor, unkonventionell zu sein. Das Thema, das sie wählt, die manchmal sehr böse Ironie dahinter und die oft unorthodoxen Ansichten ihrer Protagonisten sorgen dafür, dass man nicht nur gut unterhalten wird, sondern auch über den Wert von Liebe und das "Gem" vor der Einsamkeit nachdenkt. Weil wir Frauen eben nicht so sind wie "die Männer" und sogar die Männer ganz oft nicht so sind wie "die Männer". Eine beruhigende Erkenntnis!



Montag, 11. Oktober 2010

Schneegeflüster


Weihnachten ist eröffnet!



Soeben ist die Diana-Weihnachtsanthologie Schneegeflüster erschienen. Eine Sammlung von Liebesgeschichten rund um Weihnachten von so hochkarätigen Autorenkolleginnen wie Steffi von Wolff, Hera Lind und auch von meiner Wenigkeit. In meiner Kurzgeschichte "Hering mit Heiligenschein" begegnet die Kochbuchlektorin Åsa Glück auf der Verlagsweihnachtsfeier einer äußerst seltsamen (und den Hexendreimaldre-Lesern altbekannten) Wunschfee. Was könnte es schöneres geben, als Weihnachten heuer ausfallen zu lassen. Doch dann geschieht etwas, das sie ihren Wunsch bitter bereuen lässt...

Eine kurze Leseprobe habe ich auch für euch.


In dem Sekundenbruchteil, als der Christbaum in Flammen aufging, wünschte ich mir gerade von ganzem Herzen, jemand würde den Stecker aus der Welt ziehen. In zwei Tagen, wenn die akute Weihnachtskolik wieder einmal überstanden war, dann, frühestens dann, wäre ich wieder bereit für lebensverlängernde Maßnahmen. Vorher nicht.
Leider blieb es neonröhrenhell, während der zu erwartende Tumult ausbrach. Stark geschminkte Frauen quietschten entsetzt, während Männer mit bereits deutlich erkennbarem Glatzenansatz Nullkommafünfliterflaschen Evian mit Imponiergehabe auf das brennende Gestrüpp schütteten. Ich sah, wie der Leiter der Presseabteilung hektisch den lebensgroßen Weihnachtsmannaufsteller in Sicherheit brachte, als handelte es sich um den Bundespräsidenten. Der Pappkamerad, durch den man von hinten sein Gesicht stecken konnte, war der Hit der Verlagsweihnachtsfeier. Vor seine Brust hielt er nämlich den Flop des Winterprogramms, ein Kochbuch mit englischen Weihnachtsspezialitäten und dem schlagkräftigen Titel „Pudding mit Santa.“
Ich betrachtete andächtig die Bescherung. Schließlich war ja niemandem aufgefallen, dass es meine Wunderkerze gewesen war, die mitten im gemeinschaftlichen „O, du Fröhliche“–Singen via Funkenflug den hässlichen Papierengel in Brand gesetzt hatte, der, bedruckt mit dem Verlagslogo, das diesjährige Firmenweihnachtsgeschenk gewesen war. Kurz nach der Auslieferung hatte ein geheimer Wettbewerb begonnen: Wer findet die gemeinste Papierengelvernichtungsmethode?
„Gewonnen!“, sagte ich leise und nahm einen Schluck lauwarmen Weißwein.


Unter allen, die diesen Beitrag bis zum 31.10. kommentieren, verlose ich ein von mir signiertes Exemplar von Schneegeflüster mit einer kleinen vorweihnachtlichen Überraschung als Zugabe. Verratet mir doch in den Kommentaren euren größten Weihnachtswunsch, eure genialste Papierengelvernichtungsmethode oder euer leckerstes Weihnachtsrezept! Bitte Mailadresse oder Twitternamen angeben! Ich bin gespannt! :-)



Dienstag, 28. September 2010

Das Ideal


Ein Selbstversuch Teil Acht

Ich bin immer noch frustriert. Meine jüngste Eroberung, im wahrsten Sinn des Wortes, ist DeJa_VU, 23, in Worten dreiundzwanzig, der ankündigt, Spaß mit mir haben zu wollen. Auf meinen dezenten Hinweis, dass ich Spaß genug habe und was Ernstes Erwachsenes suche, schreibt er mir doch tatsächlich "Ich hoffe du findest was du suchst, aber bis dahin könntest du MEHR spass haben. Könnten uns mal treffen, würde niemanden was schaden. Was hast du heute nacht vor?" Na toll. Ich könnte also meinen Wohlfühl-Nici-Anzug, die Flauschsocken, die Six Feed Under DVDs und mein Einpersonennachtmahl bestehend aus Vollkornbrot, Humous und Rohkost zurück lassen, um mich mit einem zehn Jahre jüngeren Typen zu treffen. Ich könnte eine wilde Nacht lang die vereinsamende Großstadtdreißigjährige mit Katze und die vernünftigen Kräuterteemischungen hinter mir lassen und all das nachholen, was ich offensichtlich als Twen versäumt habe.
Das Problem ist: Ich mag nicht. Die Couch ist so bequem. "Spaß", das klingt irgendwie bedrohlich! Die Vorstellung, die Wohlfühlsocken gegen High Heels zu tauschen, mich eine Stunde im Bad zurechtzuschrubben, -zupfen, -kleistern und -fönen und dann womöglich billigen Fusel zu trinken, um die kreativen Turnübungen einigermaßen locker duchzuliegen, macht mir Angst. Lieber lege ich die nächste DVD ein, gieße mir ein Glas von meinem teuersten Umathum Rotwein ein und döse mit der Katze auf dem Bauch langsam weg.
Ich bin mir darüber bewusst, dass ich bereits äußerst flirtplattformfeindliches Verhalten an den Tag lege. Aber verdammt noch mal, warum kann sich nicht ein normaler Mann in den Dreißigern bei mir melden, der mich in sein kuscheliges Lieblingsrestaurant ausführt, wo er mit mir über Literatur, Musik und eine neue Weltordnung plaudert, mit mir danach wildromantische aber unsportliche Liebesakte vollzieht, um sich dann sein Fledermauskostüm überzuwerfen, um für Recht und Ordnung im nächtlichen Wien zu sorgen, während ich seufzend an ihn denke und mich der gemütlichen Single-Katze-TV-Schreibnacht widme?
Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Drei Hoffnungsträger gibt es noch in Datingnetzwerkwunderland. Mal schauen ob einer davon sich als Batman in Disguise entpuppt. Falls ja, berichte ich umgehend!



Mittwoch, 22. September 2010

Flirtdepression


Ein Selbstversuch Teil Sieben

Der verflixte siebente Tag? Ich habe heute irgendwie einen Flirtdurchhänger. Erstens hat sich niemand von Bedeutung bei mir gemeldet, abgesehen von mopsfan, der es mit dem etwas lahmen hallo!! du schaust ja mal ganz nett aus versucht und tirolerbua82, der forscher via servus fesche maus! auf sich aufmerksam macht. Dabei hatte ich gestern sehr netten Kontakt zu einem Historiker mit Brille und Locken aus Salzburg. Doch die Antwort auf die Frage nach der literarischen Figur ist er mir schuldig geblieben. Das scheint überhaupt der Stolperstein zu sein. keinahnung etwa machte seinem Namen alle Ehre und hat es trotz Bedenkzeit nicht geschafft, einen Vergleich mit einer literarischen Figur zu liefern. Dabei wäre ich bereits am Weg zu ihm, hätte einer endlich den Mut und die Idee, mit "Aragorn", "Sirius Black" oder gar "Bill Denbrough" zu antworten. Selbst ein "Elias Alder" oder ein verwegenes "Siddartha", ein naheliegendes "Leo Leike" (etwas durchschaubar zwar, aber prinzipiell interessant), ein unerwartetes "Simon St. James" oder ein klassisches "Benedikt, ein Edelmann aus Padua" würde mich entzücken. Ganz zu schweigen von den Weltrettern "Batman" oder "Superman". Outete sich gar eine Mischung aus "Stu Redman" und "Larry Underwood", es könnte sein, dass ich zu großen Dummheiten imstande wäre.
Aber: Fehlanzeige. Ratlosigkeit in der Männerwelt. Was will die Komische aus Wien mit dieser Frage? Mein Bildungsniveau testen? Den Grad des Intellekts herausfinden? Oder mich gar psychologisch auf die Probe stellen? Nicht mit mir!
Die Folge ist eine generelle Flirtdepression. Ich klicke mich durch die Ergebnisliste, die mir die Plattform nach meinen Suchkriterien liefert und studiere die traurige Gesichteransammlung. Etwa fünfundneunzig Prozent der Fotos sind Müll. Warum präsentiere ich mich bei dieser wichtigsten Entscheidung des Lebens wahlweise lieblos, unvorteilhaft oder schlichtweg zum davonlaufen? Warum nicht einmal die mindeste Mühe um so eine wichtige Sache wie das eine Bild, das über Interesse oder Desinteresse entscheidet? Besonders beliebt bei Männern sind Gipfelkreuzfotos, wo man zwar die hübsche Landschaft erkennt, davor jedoch nur vage jemanden, der sich in eine Windjacke hüllt und dunkle Sonnenbrillen trägt. Wer sagt, dass der optische Eindruck nicht zählt, der lügt. Selbstverständlich ist das nicht alles, aber selbst wenn Mann kein Adonis ist, lässt sich durch vorteilhafte Fotokunst so einiges aufpeppen. Aber selbst diese winzige Herausforderung ist zu groß.
Was soll ich dort in dieser Plattform? Ist das nicht alles von vornherein total sinnlos? Ich brauche jetzt erst einmal einen White Russian. Extra stark.



Montag, 20. September 2010

Wo ist Herkules?


Ein Selbstversuch Teil Sechs

Na toll. Kalinka1980 schickt mir eine Einladung zum Flirt im Chat. Kalinka1980 ist eine Frau. Ich weiß nicht genau, was an der Angabe "Ich suche", "Punkt 1: Mann" so unmissverständlich ist. Wenn es auf dieser Welt jemanden gibt, der Heteroer als Hetero ist, dann bin das ich. Ich bin nicht einmal besonders frauenfreundlich. Die längsten und tiefgründigsten Gespräche meines bisherigen Lebens hatte ich zum überwiegenden Teil mit Männern. Die Männer unter meinen Freunden wissen bis auf wenige Ausnahmen weit mehr über mich als die Frauen. Wenn ich mit Frauen lange Gespräche führe, dann meist über Männer. Wie also kommt jemand auf den Gedanken, mir ein gleichgeschlechtliches Angebot zu unterbreiten? Ich finde gleichgeschlechtliche Paarungen super, aber ich persönlich bin dafür nicht mal nach zwanzig Aperol Spritzern zu haben. No way.
An der Männerfront gab es nichts Neues. Kennt wirklich in diesem Land fast keiner "Six Feet Under"? Der neue Pianist an der Oper, Amerikaner, ist sofort in Begeisterungsstürme ausgebrochen als ich die Fishers erwähnt habe. Ich sollte eine Erweiterung meiner Suche auf den amerikanischen Kontinent erwägen, zumal ich heute so ein tolles Mail eines Fans aus Ohio (Deutschlehrerin!) bekommen habe. Hey, ich habe einen Fan in Ohio!!! (Hi Kristina!!!) Ein begeisterter Skydiver, der die Beantwortung der 25 Fragen nicht für nötig hält "weil man sich da eh nur falsch einschätzt" beweist mit der Beantwortung der drei Fragen, dass so eine Einschätzung dringend notwendig ist und verlässt sofort den Posteingang in hohem Bogen mit dreifachem Loop. Dafür habe ich ein langes Mail des singenden Rauchers erhalten. Stellt sich heraus, dass da noch ein anderer heikler Punkt hakt. Zudem schüchtere ich ihn anscheinend mit meinen hohen Erwartungen ein. Oje. Wo sind die Helden heutzutage, singe ich verzweifelt in meine Karaoke-Maschine. "Where have all the good men gone and where are all the gods?" Das Problem hat mir erst gestern eine Kollegin klar gemacht, die mich mit kugelrunden die-ist-von-allen-guten-Geistern-verlassen Augen angeschaut hat, als ich ihr im Ernst erklärte, dass ich im Idealfall einen intellektuellen Kreativen suche, der Nachts im Batman Kostüm die Welt rettet. Was leider auch irgendwie stimmt. Schlechte Voraussetzungen für so etwas wie eine Flirtplattform. Also doch Kalinka? Öh, nein, dann doch lieber noch einen Aperol Spritzer und Karaoke: "It's gonna take a Superman to sweep me off my feet!" Oh yeah!



Sonntag, 19. September 2010

Die Hürde


Ein Selbstversuch Teil Fünf

Da sich die unaufgeforderten Anfragen in meinem Posteingang zwar nicht türmen, aber immer mehr werden und ein Großteil der Herren der Schöpfung zu faul ist, die von der Flirtplattform vorgegebenen 25 Fragen zu beantworten oder gar ein Abbild ihrer großen Schönheit hochzuladen, habe ich mir selbst drei Fragen ausgedacht, die ich den Interessierten zukommen lasse. Bisher sind alle daran gescheitert. Dabei sollte es nicht so schwer sein.
Frage 1: Welche literarische Figur ist dir ähnlich und warum?
Frage 2: Was erwartest du dir von einer Beziehung?
Frage 3: Welche dieser Frauen spricht dich an und warum: Carrie Bradshaw, Hermione Granger, Claire Fisher.
Das ist doch ein ziemlich breites Feld sollte man denken und für mich relevant, den wen keine der Frauen anspricht, wird mit mir nichts anfangen und wer sich zum Beispiel mit Dan Browns Robert Langdon identifiziert obwohl er offensichtlich nicht Tom Hanks ist (dem verzeiht man das, der muss Geld verdienen), mit dem werde ich nichts anfangen. Und die Beziehungsfrage zeigt, ob jemand einen Funken Eigenständigkeit im Denken hat oder nur die faden Kriterien Sicherheit, Geborgenheit, Treue und Ehrlichkeit runterbetet. Wichtige Dinge, aber man kann sie auch anders verpacken. Kurz gesagt, ich suche einen Mann, der wie ich in der Welt der Fiktion daheim ist und genug Witz und Esprit besitzt, sich in einer Art auszudrücken, die ihn zu etwas besonderem macht. Wenn er dabei noch Brillenträger ist und den gewissen Zug um den Mund hat, strike!
Wenn man Claire Fisher googelt, kommt übrigens als erstes Ergebnis ein Model mit Kosmetikfirma. Die Fähigkeit zu googeln zeigt zwar, dass man(n) etwas Mühe investiert, allerdings lässt die Wahl des ersten Ergebnisses darauf schließen, dass die Mühe begrenzt ist. Die beiden ersten Damen sind fiktionale Charaktere. Die dritte Dame auch. Models und Kosmetik sind nicht meines.
Nicht dass wir uns falsch verstehen, ich setze nicht voraus, dass jemand (vor allem ein männliches Wesen) SatC, HP und SFU kennt und mag. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass keiner der bisherigen Hoffnungsträger meines Lebens alias Märchenprinzen einschlägig gebildet gewesen wären. Aber jemand, der wirklich Interesse hätte, würde entweder gut recherchieren oder sich mit Charme aus der Affäre ziehen. Nicht mit "Igitt, Harry Potter" oder "Carrie, diese Tusse aus der Frauenserie?" Ich denke, ich werde den Fragenkatalog noch ausbauen. Er ist ein ziemlich aufschlussreiches Mittel! :-)



Freitag, 17. September 2010

Freakshow


Ein Selbstversuch Teil Vier

Wie man die Verrückten auf sich aufmerksam macht? Man präsentiere sich mit einem adretten Foto in einer Partnerbörse und warte ab. Es dauert nicht lange. Besonders spät nachts sind sie unterwegs, wie die Fledermäuse, hüpfen gierig von Profil zu Profil, um dann ihre wirkungsvollsten Anmachsprüche via Flirtattacke loszulassen. Manche sind sehr direkt wie hansibaer136 (gibt es tatsächlich irgendwo auf dieser Welt verteilt 135 andere hansibaeren oder ist das ein Rechenfehler?): "Du bist hübsch. Darf ich deine VIP Rechte haben?", andere, wie der hexenbändiger geben nicht auf und versuchen es subtil auf Basis von Selbstmitleid "Klar, warum sollte auch die Schönste hier mit mir chatten wollen?" Aber als wohl größter Freak hat sich Maik_Peine entpuppt. Maik_Peine schrieb mir (sic!) "Okay okay, ist klar wie so Du dich nicht meldest, aber naja wirst u.a auch andere gründe haben, Liegt nicht darann das Ich zu nett oder einer der wenigen Engel hir bin. Ja ich bin seit fast einem jahr vergeben... und das glücklich, haben und gerade ein neues Auto gekauft.... ups sorry wird dich nicht wirklich interessieren!!! Naja aber so haben wir was zu plaudern .. fals Du trozdem magst, obwohl ich vergeben bin. naja ebend nur plaudern mehr nicht, und wer weiß das schon, wie lange es hält..(inn momment Bombig ;-))
Auf meinen dezenten Hinweis, dass er ein besonders lustiges Kerlchen ist, dessen Freundin man ob des Hinweises "wer weiß, wie lange es hält" sicher gerne sein mag, kam dann ein ganzer Freakschwall retour. Ich zitiere:
"najasie ist leider alkeholikerrin.. und trinkt jeden tag. und in sachen sex, ist sie Total langweilig (sorry) denn sex gibs nur wenn sie besoffen ist und nur die missionar stellung... kein streicheln, keine lieben worte nix.. das mich mich selisch fertig... verstehst Du?? ich darf sie nicht im schritt streicheln oder massieren.. beim sex kein küsschen.... nur eine frau die sich nicht mahl bewegt da bei... sorry aber eine Gummi pupe hat da vorteile... die sauffen nicht und hacken permanent auf dehn partner rumm. Und ich bin mir Sicher!!! Wenn Du wüstest wie lieb ich bin und sein kann, würdest Auch Du Liebend gerne meine freundinn sein...
:-O Ja, klar Maik. Habe meine erste Usersperre ausgesprochen. Wer will denn so was wissen?
Auch hansibaer der 136igste gibt, zunehmend verzweifelt sein Bestes, als ich ihn darauf hinweise, dass sein Profil quasi unbeschrieben ist, was mein Interesse so gar nicht weckt. Er argumentiert ":-) hi, für das schreiben bist ja du zuständig. wir haben einen ähnlichen beruf ;-) ich bin im musikbereich tätig. hab sogar mal klavier gelernt. Na das ist natürlich was anderes! Ein gelernter Klavierspieler, das Ziel meiner Wünsche, der ultimative Fiebertraum meiner schlaflosen Nächte. Womöglich kann er mit sogar "Für Elise" vorspielen, wenn ich Glück habe sogar zweihändig! Dagegen ist Gurpreet ja harmlos, der mir einfach ohne viel fackeln oder Kommentar seine Handynummer schickt.
Auf der positiven Seite hat sich noch wenig getan. Ich habe 39 Euro für ein Monat gelöhnt, um Nachrichten verschicken zu können, worauf mranybody zwar mein Profil besucht aber kein weiteres Interesse angemeldet hat. Naja, wer nicht will, der hat schon. Ich ent-mranybody mich hiermit offiziell und lösche ihn von der Favoritenliste. Ätsch. Dafür hat mir der interessante Raucher geantwortet, durchaus spannend, wir haben Realexistenzen getauscht, ich schrieb nett zurück, aber seit über einem Tag kam da nichts weiter. Womöglich hat er inzwischen meine Bücher gelesen und fürchtet sich jetzt zu Tode, dass ich ihn in einen Frosch verwandle oder so. Nun ja, schade, der kann nämlich sogar richtig gut singen. Das ist besser als Klavier spielen, sorry hansibaer!



Mittwoch, 15. September 2010

Sie haben eine Nachricht erhalten!


Ein Selbstversuch Teil Drei

Dritter Tag des Experiments Flirtplattform und heute gab es mal eine Veränderung: Jemand mit durchaus interessantem Profil hat mich angeschrieben. Ein Raucher, der kein Haustier will, aber davon abgesehen sehr ansprechend wirkt. Was tun? Man hat ja so seine gewissen Punkte festgelegt. Die wenigen Raucherküsse meines bisherigen Lebens waren leider echt nicht gut (Aschenbecher, bei aller Liebe, aber es kann einfach nichts!), und ich könnte auch nicht dauernd Rauch um mich haben. Ab und zu, in Gesellschaft, ist es schon ok, aber nicht permanent. Nun, und die Entscheidung, mein Leben immer mit einer Katze zu teilen, habe ich schon vor langem getroffen. Es heißt abwarten.
Interessante Erkenntnis jedenfalls: Die Steinböcke sind es, die mich finden. Das ist faszinierend. Fast jeder, der mich anschreibt, ist Steinbock. Nicht, dass ich extrem fixiert auf Sternzeichen bin, aber ein Großteil der wichtigen Männer meines Lebens waren Steinböcke, das lässt sich nicht verleugnen. Ist da also doch etwas dran? Gibt es nachweislich Gemeinsamkeiten?
User Pete72 rät mir dafür, meine "Suchkriterien noch etwas zu optimieren". Rätselhaft. Wie viel lässt sich bei Wiener, 35 bis 45, Nichtraucher, ledig, kinderlos, dunkelhaarig, helläugig, nicht zu groß, nicht zu füllig noch optimieren? Vielleicht meint Pete (übrigens Krebs), der 1.90 groß ist und Vater eines Kindes, dass ich das zu eng sehe, zumal seine eigenen Suchkriterien lapidar lauten: Frau zwischen 25 und 40.
Petes Nachricht für mich im Wortlaut: Männer mit Kinder haben auch eine Daseinsberechtigung. Und bringen Erfahrungswerte mit, die nicht zu unterschätzen sind. Lass dir das durch deinen Kopf gehen.
Gute Nacht und schöne Träume von dem Mann, der immer ein Traum bleiben wird. Wer anderes behauptet, belügt sich selbst.

Das hat er gut erkannt. Ich liebe es zu träumen und mich selbst zu belügen. Nur so habe ich bisher das Leben bekommen, das ich wollte. Warum nicht auch irgendwann den Mann, den ich will? Man sollte sich nicht mit den Petes dieser Welt begnügen, meine Damen. Man sollte nach nichts Geringerem als nach dem Ideal streben. Die Unwiderstehlichkeit des Individuums wird ohnehin dafür sorgen, dass wir chemisch entzündet Kompromisse machen. Das heißt aber nicht, das man von Haus aus wenig Ansprüche stellt. Tja, sorry Pete, aber ich weiß eben vor allem, was ich nicht will. Was ich will, das werde ich schon noch herausfinden. ;-)



Wo ist mranybody?


Ein Selbstversuch Teil Zwei

Kruzifix! Da gibt es in dieser ganzen Flirtplattform ein Profil, das sowohl von Foto als auch Beschreibung total ansprechend ist, aber der dazugehörige User war seit über 10 Tagen nicht online und reagiert nicht auf Kontaktaufnahme. Es ist irgendwie wie im richtigen Leben. Der, der einem gefällt ist nicht verfügbar. Willkommen in meiner Welt! Dabei dachte ich zu Beginn irrtümlich, dass so eine Flirtplattform ein bisschen wie ein Supermarkt ist. Produktpalette und zugreifen. Aber es ist viel fieser. Die Partnerbörse ist ein Versandhauskatalog, bei dem die interessante Ware permanent "out of stock" ist. Man kann sich die Objekte der Begierde zwar anschauen, Beziehungstyp und Hobbys mit den eigenen Ergebnissen vergleichen, zu dem Schluss kommen, dass man perfekt zusammenpasst und schaut dann doch durch die Finger. Oder, wie ich von derhexenbändiger so treffend angechattet wurde "Passt! Dich nehm ich!". Sorry hexenbändiger, wird wohl nix. Aber wo zum Teufel steckt mranybody?



Montag, 13. September 2010

Die Internetpartnerbörse


Ein Selbstversuch Teil Eins

Ich glaube nicht an Internetbekanntschaften. Ich glaube an die Magie der Ausstrahlung, die für die chemische Reaktion Liebe verantwortlich ist. Soviel vorab. Dennoch (oder gerade deswegen) habe ich beschlossen, mich einem Selbstversuch zu unterziehen und habe mich bei einer Partnerbörse angemeldet. Diese Anbieter leben, so meine erste Erkenntnis, davon, die Kundschaft in drei Klassen zu unterteilen. Die Gratismitglieder, die Gold-VIPs und die Platin-VIPs. Unnötig anzumerken, dass letztere Services kostenpflichtig sind, dafür Zugang zu diversen Spezialfunktionen und den VIP-Bereich anderer User ermöglichen. Ich habe mich für die Gratisvariante entschieden, wodurch es mir verwehrt bleibt, Bilder in Großaufnahme zu sehen, Nachrichten zu versenden oder perfekte individuelle Partnervorschläge zu erhalten. Aber, wie man im Laden so schön sagt, ich schau ja nur. Also los.
Ich habe alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet und vor allem viel Wert auf meine eigenen Suchkriterien gelegt. Ja, ich bin anspruchsvoll. Nicht zu groß, nicht übergewichtig, nicht zu jung, nicht zu alt, Nichtraucher, eigener Haushalt, kein akuter Kinderwunsch, das sind die Mindestkriterien, danach zählen optische Kriterien (man lese Hexendreimaldrei und Jagdzeit, um näheres darüber zu erfahren ;-) ) und ein gewisser Esprit in der Beantwortung der Persönlichkeitsfragen. Sollte man glauben, nun wäre es ein Kinderspiel, richtig vermittelt zu werden. Irrtum. Schon die Ergebnisliste, die ich mir nach meinen Kriterien anzeigen ließ, lieferte eine Erkenntnis: Wer sucht, der findet erst einmal nicht. Ein, zwei interessante Profile unter hunderten und natürlich genau jene, die schon länger nicht aktiv auf der Seite waren. Dafür beginnt nun das unterhaltsame Spielchen: Wer sucht, wird gefunden, und zwar von den Falschesten unter den Falschen.
Es wäre eigentlich kinderleicht. Unter dem Punkt "Ich suche" stehen meine Kriterien aufgelistet. Deutlich bitte ich auf der Profilseite um Kontaktaufnahme via Nachricht, da ich dem Prinzip des Chattens restlos abgeneigt bin. Ich denke, ich bin zu höflich für diese Kommunikationsform. Ich empfinde es als unhöflich, einfach auszusteigen, da ich aber neben dem Internet immer fernsehe, esse, Tee trinke und so wichtige Dinge wie Augenbrauenzupfen, Bauchmassagegürtelding anlegen, Fotos sortieren und Wohnung putzen erledige, habe ich einfach keinen Nerv, mich auf eine unmittelbare Kommunikation zu konzentrieren. Ich Skype daher auch selten, ungern und nur mit sehr guten Freunden. Außerdem nervt mich diese Chatterunsprache, diese Unfähigkeit, ganze Sätze zu formulieren, die Smileysucht und die Anmaßung von Direktheit.
Wieder zurück in der Flirtplattform. Was passiert? Sobald ich online bin minütliche Chat-Anfragen. Von Rauchern. Von Twens. Von Schwergewichten, von Familienplanern. Wer lesen könnte, wäre im Vorteil. Auch völlige Ignoranz meines umfangreichen Interessenskataloges macht mich staunen. Weshalb kontaktiert mich ein Nichtleser? Ein Sportler? Jemand, der gerne auf Bora Bora im Liegestuhl Urlaub macht? Herrgott, ich lebe fürs lesen und schreiben, ich betreibe keinen Sport, ich will selbständige, starke Männer und ich bin ein Städtetourist der kompromisslosesten Sorte.
Natürlich fragt man sich nach den Gründen. Sind all diese Männer mit ihren unvorteilhaften, lieblos angefertigten Profilfotos so restlos verzweifelt, dass sie einfach jedes weibliche Wesen, das über 13 und unter 60 ist mit Chat-Anfragen attackieren? Denken sie, ihre umwerfende Persönlichkeit wird mich augenblicklich vom Hocker reißen und vergessen lassen, dass sie kettenrauchende Couchpotatoes mit null Interesse an meinen Wünschen, Träumen und Hobbys sind?
Demnächst mehr aus Internetpartnerbörsenwunderland...



Donnerstag, 2. September 2010

Manuskriptparty 1.9.2010


Ein rauschendes Fest...

Gestern Abend habe ich die Fertigstellung des dritten Manuskripts im engsten Freundeskreis mit einer Party gefeiert. Es gab eine Lesung mit Musik, ein Gewinnspiel mit Quiz und Karaokewettsingen, Würstchen, Cocktails, Kuchen und jede Menge Spaß. Seltsamerweise spielten sich die wichtigen Dinge allesamt in der Küche ab, was bestimmt nicht den vegetarischen Seitanwürstchen zuzuschreiben ist. Danke, dass ihr dabei wart Elli, Lissi, Sonja, Stephan, Dina, Karin, Michael, Sabine K., Sabine D., Victoria, Katzi, Richard, Pebo und Herbert! Ihr wart ein super Publikum und noch superere Karaoke-Sänger! Und The Winner Takes It All, nicht wahr, Herbert?
Hier ein paar Impressionen (nein, ich arbeite nicht für die Firma Mackintosh!) und, als absolutes Special Preview, eine kurze Leseprobe aus dem dritten Olivia Roman.





(...)
Mein Blick fällt auf mein eigenes Spiegelbild im zerbrochenen Spiegel über dem kleinen Waschbecken. Das Mondlicht lässt meine Haut fahlblau aussehen, meine Lippen sind ängstlich zusammen gekniffen, Wind und Regen haben jeglichen Versuch einer Frisur erfolgreich vernichtet. Dunkle Ringe unter meinen Augen erinnern mich daran, dass düstere Träume seit geraumer Zeit jeden Schlafversuch unterbinden. Mit gerunzelter Stirn nähere ich mich dem Becken. Es wirkt fast so, als wäre die Verwüstung mitsamt dem Wasser einfach aus dem Hahn geronnen. Die Frage jedoch, die mich beschäftigt, ist eine andere: Was hat das Wasser daran gehindert, wieder abzufließen? Immer noch steht eine beachtliche Menge davon im Becken, obwohl ich den Hahn bereits vor Minuten zugedreht habe.
Schaudernd greife ich in das eisige Wasser und taste nach dem Verschluss. Es ist keiner vorhanden, dafür eines dieser Plastikgitterchen, in dem Haare aufgefangen werden. Ich zerre daran. Zuerst bewegt es sich gar nicht, dann aber, nach einigem hin- und her, kann ich es nach oben ziehen. Doch zu meiner Verblüffung kommt noch etwas anderes zum Vorschein. Denn an dem Gitter hängt, mit dünnem Draht befestigt, ein Plexiglasröhrchen, etwa vom Durchmesser einer Euromünze und vielleicht zehn Zentimeter lang. Das fest verschraubte Gefäß dient offensichtlich dazu, etwas wasserdicht aufzubewahren. Nebenbei hat es den Wasserabfluss gehörig blockiert. Ein geniales Versteck, ein Versteck, das Adrian Alt angemessen ist. Ohne die Überschwemmung wäre ich nie im Leben auf diesen Gedanken gekommen. Triumphierend halte ich das Röhrchen in der Hand.
In dem Moment höre ich die Stimmen. Mindestens zwei. Männerstimmen, draußen vor dem Fenster. Mein Einbruch ist nicht unentdeckt geblieben. Was leuchte ich Hornochse hier auch wild mit der Taschenlampe herum? Höchstwahrscheinlich hat jemand von gegenüber die Polizei verständigt. Jetzt sitze ich in der Falle.
Aber die Polizei kommt durch die Tür, nicht durchs Fenster!
Ich erstarre. Die Stimmen werden lauter, auch wenn ich nicht verstehen kann, was sie sagen. Möglicherweise sind es die Einbrecher. Vielleicht haben sie alles beobachtet und nur darauf gewartet, dass jemand das findet, was sie übersehen haben. Sie werden es mir abnehmen und dann wasweißichwas mit mir anstellen. Am ganzen Körper zitternd weiß ich, dass ich nur eine einzige Chance habe. Hektisch schraube ich das Plexiröhrchen auf und entnehme ihm den Zettel, der sich klein zusammengefaltet darin befindet.
Kleeblattgasse 1b, steht in krakeliger Schrift darauf. Darunter Folge der Spindel!!! mit drei Rufzeichen und wieder darunter der wohl seltsamste Teil der Nachricht: Principum Amicitias!
Ich wiederhole die Worte mehrmals, stecke anschließend den Zettel, wie ich das schon oft im Fernsehen gesehen habe, in den Mund und versuche, ihn zu schlucken. Während ich noch trocken würge und den Brechreiz mit tränenden Augen unterdrücke, passieren mehrere Dinge gleichzeitig. Die Stimmen vorm Fenster stoßen laute Rufe aus, Beine in roten Overallhosen werden durch den von mir geöffneten Spalt geschoben, und die Wohnungstür, gegen die ich mich würgend gelehnt habe, schwingt auf.
(...)

Fortsetzung folgt!



Sonntag, 22. August 2010

Liebesbriefgenerator



Ich empfehle http://2cu.at/liebesbrief für ein paar Lachtränen!

Gerade habe ich mich schief gelacht. Unter der Internetadresse http://2cu.at/liebesbrief/ findet man einen Liebesbriefgenerator, wo man Name, Geschlecht und ein paar herausstechende Eigenschaften eingibt und dann, je nach Geschmack, einen "zaghaften", "normalen" oder "stürmischen" Liebesbrief erhält. Ich habe mich, nach Eingabe einiger wahrheitsgemäßer Details, für die Variante kurz, aber stürmisch entschieden, und hier ist das Ergebnis.

Mein geliebter Frosch!

Deine schönen efeugrünen Augen machen mich ganz verrückt nach Dir. Ich begehre Dich und verehre Dich, ich bin Dir völlig verfallen. Mit meiner Hand über Deine wundervollen dunklen Haare sanft zu streichen ist immer wieder ein schönes Gefühl.

Deine großen Zehen mag ich ganz besonders gern an Dir! Dich zu liebkosen und zu berühren ist für mich die Erfüllung meiner Leidenschaft zu Dir. Du kannst viele Sachen gut, aber zu spät kommen kannst Du ganz besonders!

Weil Du so irrsinnig verrückt bist, liebe ich Dich noch mehr, als ich Dich ohnehin schon liebe. Niemanden hab ich je mehr geliebt, als Dich, lieber Frosch. Nach all meinen Worten der Begierde und Sehnsucht möchte ich Dich noch fragen, ob Du mit mir Kräutertee trinken willst?

In tiefer Liebe,
Deine Olivia


Ist das nicht göttlich? Unwiderstehlich, könnte man fast sagen. Unbedingt ausprobieren! ;-)



Dienstag, 27. Juli 2010

Über die Liebe zu Katzen...



Das Leben und dazu eine Katze, das gibt eine unglaubliche Summe.

Was für ein schönes Zitat von Rainer Maria Rilke. Eines, das dazu geführt hat, dass ich über diese spezielle Liebe nachgedacht habe. Die Liebe zu Katzen. Menschen, die keine Haustiere haben, neigen dazu, einem mit verständnislosen Kopfschütteln den berühmten Satz "Naja, aber es ist doch nur eine KATZE!" entgegen zu halten, wenn man tränenüberströmt in einer stürmischen Nacht mit der Futterschüssel in der Hand laut Kosenamen rufend durch die Nachbarschaft rennt, über Stacheldrahtzäune klettert, unter Brennesseln und Buschwerk kriecht, auf der Suche nach einem Lebenszeichen, einem leisen "Griau".
Nur eine Katze. Was genau bedeutet das? Dass die Katze weniger wert ist als der Mensch? Ja, werden mir die Zitierer des Satzes antworten. In einer Welt, wo Kinder verhungern, Frauen missbraucht und Soldaten und Zivilisten in Kriegsgebieten grausam ermordet werden, was zählt da schon das Leben eines Tieres? Herrje. Ich bin weiß Gott kein Tierschutzfanatiker, der Tiere höher achtet als Menschen, aber gleich, liebe Zitierer und Schützer der Menschenwürde, gleich achte ich sie sehr wohl. Leben ist Leben.
Noch schlimmer sind die Vergleicher, die in so einem Fall das schlechte Beispiel bemühen "Es ist ja nicht so, als ob es dein KIND wäre." Doch, sehr wohl! Meine Katze ist ein vollwertiges Familienmitglied. Sie hat das gleiche Recht, auch als solches behandelt zu werden. Und Tiere sind in vieler Hinsicht genauso hilflos wie Kinder. Wiederum zur Klarstellung: Ich bin nicht der Meinung, dass ein Katzenleben wichtiger ist als ein Kinderleben. Aber warum sollte es unwichtiger sein? Es gibt Berichte von Katzen, die nach Monaten und gar Jahren den Weg nach Hause gefunden haben, riesige Distanzen überwinden, Entbehrungen in Kauf nehmen, um heimzukehren. Wer will diesen Wesen den Sinn und Zweck eines Zuhauses absprechen: Familie, Liebe und Wertschätzung.
Jedes Happy End, wenn das geliebte Tier nach Tagen wieder da steht, aber auch jede Tragödie, wenn es im eigenen Arm endgültig einschläft haben mir diesen Wert beigebracht. Es gibt keinen Menschen, auch nicht die engsten Angehörigen, mit dem ich so viel Zeit verbringe und mit dem ich so eng zusammen lebe. Selbstverständlich liebe ich das Lebewesen wie jedes andere, das mir nahe kommt, ob Mensch oder Tier. Ich würde mir einfach wünschen, die mitleidigen oder herablassenden Blicke nicht sehen zu müssen, wenn ich wieder einmal besorgt meine Runde drehe. Die Blicke, die sagen: "So ein Zirkus wegen einem TIER!". Ihnen möchte ich gerne sagen: Lernt erst einmal das LEBEN zu respektieren, jedes Leben, bevor ihr beurteilt, was wert und was nicht wert ist geliebt zu werden.



Freitag, 23. Juli 2010

Der Mozartautomat



Wiener Kammeroper 2012

Es wird aufgeführt!!! Vor 5 Jahren habe ich in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Paul Hertel ein Opernlibretto geschrieben. Gedacht war es für das Mozartjahr 2006. Damals war allerdings alles bereits völlig überflutet von Mozart, sodass wir es liegen gelassen haben und auf den richtigen Zeitpunkt gewartet haben. Und der Zeitpunkt ist jetzt. Die Neue Oper Wien hat sich für die Geschichte interessiert und sie wird 2012 tatsächlich in der Wiener Kammeroper aus der Taufe gehoben. Ich bin fasziniert! :-)

Die Geschichte ist das, was manche gerne 'Faktion' nennen:
Alle im plot angegebenen historischen Daten sind erwiesen oder entsprechen in Grenzbereichen der aktuellen Forschung. Allerdings lässt das teilweise etwas gröbere Netz der gesicherten Daten so manchen Freiraum für blühende Fantasie.
Zentral ist die Idee, dass der Magnetiseur Franz-Anton Mesmer, ein Günstling von Josef II, glaubt durch seine Kunst das Genie Mozart geschaffen zu haben. Als Mozart stirbt möchte er alle Spuren verwischen, damit erstens niemand sein Geheimnis entdeckt, und zweitens niemand mehr ein weiteres Genie dieser Art erschaffen kann...



MESMER – DEYM – MOZART DER MOZARTAUTOMAT EINE HISTORISCHE HYPOTHESE Wolfgang Amadeus Mozart war ein Musikgenie. Welches Geheimnis steckt dahinter? Was hat Mesmer damit zu tun? Wir beginnen mit der Untersuchung zur Zeit von Mozarts Tod. Franz Anton Mesmer (1734-1815), Begründer der Lehre vom animalischen Magnetismus, hat den jungen Wolfgang Amadeus Mozart magnetisch behandelt. Seine Lehren erleben Höhen und Tiefen, bis er schließlich aus der Mode kommt und sich an den Bodensee zurückzieht. Sein Leben nach 1784 ist unstet, insbesondere nach der Französischen Revolution von 1789. Im Juli 1791 kommt er nach langer Abwesenheit wieder nach Wien, um die Hinterlassenschaft seiner im Jahr zuvor gestorbenen Frau zu regeln. Im Dezember 1791 stirbt Mozart. Der ehrgeizige Besitzer der Wiener Kunstgalerie Graf Deym nimmt die Totenmaske ab. Er ahnt Mozarts Bedeutung und will sie konservieren. In unserer Oper wird die durchaus mögliche Hypothese aufgestellt, dass Mesmer dafür sorgt, dass die sterblichen Überreste Mozarts vernichtet werden und somit der Nachwelt nicht erhalten bleiben. Warum? Das wird sich zeigen. Fest steht: Der genaue Ort der Grabstätte, sowie der Verbleib des Skeletts Mozarts, geben bis heute Rätsel auf. 1792 ist Mesmer wieder in Paris und 1793 zurück in Wien. Manche vermuten, dass es Graf Deym gelungen ist, mit Hilfe der Maske einen lebensechten Mozartautomaten herzustellen, in dem Mozarts Geheimnis konserviert ist. „Im Gesicht steht der Charakter und steht die Genialität des Geistes“. Muss Mesmer diesen Automaten zerstören, um zu verhindern, dass der Nachwelt erkennt was hinter dem Geheimnis von Mesmers Idealgenie Mozart steckt? Kein Abbild soll überleben, sondern die reine, körperlose Schönheit. Die Totenmaske Mozarts, sowie jede Art von Büste oder Gipsabdruck sind tatsächlich bis heute verschollen, einzig eine umstrittene Bronzemaske fand sich 1948. Franz Anton Mesmer jedenfalls wird 1793 im Zusammenhang mit der „Wiener Jakobinerverschwörung“ kurzzeitig verhaftet und dann in seine Bodenseeheimat abgeschoben. Ist seine Mission erfüllt, ist Graf Deyms Lebenstraum ist zerstört und bleibt Mozarts Geheimnis unentdeckt? Am 6.Oktober 1901 wird in der Verwaltungskanzlei der Hyrtl’schen Waisenhausstiftung in Mödling vom Kurator Joseph Schöffel ein Skelettschädel an den Salzburger Gemeinderat Dr. Hermann v. Vilas feierlich übergeben. Es handelt sich dabei um den im Nachlass des Anatomen Joseph Hyrtl aufgefundenen sogenannten Mozartschädel. Seine Echtheit konnte bis heute weder bewiesen noch widerlegt werden, doch es gibt beeindruckende anthropologische Forschungsansätze, die vermuten lassen, dass es sich tatsächlich um den Schädel von Wolfgang Amadeus Mozart handelt...



Ich habe dem Mozartautomaten jüngst den Zusatz "eine Clockpunk-Oper" gegeben. Das ist ein völlig neuer Versuch, literatische Genres und musikalische Genres zu vereinbaren. Ich als Librettistin sehe die Geschichte natürlich literarisch, und in diesem Sinn ist das Genre ganz klar Clockpunk. Ich bin schon unglaublich gespannt, wie es sich weiter entwickelt!



Sonntag, 18. Juli 2010

Love Never Dies






London, 14.7.2010

[ACHTUNG SPOILER]

Viele, viele Jahre habe ich die Geschichte des Phantoms mit mir herum getragen. Seit ich es als Kind zum ersten Mal gesehen habe, war es ein Übermusical für mich, eines der ewigen Glanzstücke eines Genres und ein magisches Werk, hochromantisch, tragisch und bittersüß. Was habe ich mich jedes Mal durch diese Story geträumt, was habe ich sie geliebt! Natürlich war mein Interesse groß, nun die Fortsetzung "Love Never Dies" zu sehen, mit der Andrew Lloyd Webber laut eigener Aussage jahrelang schwanger ging. Mit gemischten Gefühlen saß ich schließlich im Adelphi Theatre. Vor allem der erste Teil war, trotz teilweise wunderschöner Melodien ein dramaturgischer Reinfall. Phasenweise hatte ich das Gefühl, Herr Webber hätte sich in die Welt der Fanfiction verirrt und da ein paar Phantasien ausgelebt, die besser für immer in seinem Kopf geblieben wären. Ausgerechnet das Wiedersehen von Christine und Phantom nach zehn Jahren gerät zur lyrischen Farce. In denkbar grauenhaften Teenager-Kitschtexten wird zu belanglosen Melodiechen über die eine gemeinsame Nacht (oh no!!!) parliert, es ist schlichtweg grauenhaft. Dabei konnten der hinreißende "Coney Island Waltz" am Anfang (mit fast Heller'scher Bühnenshow) und die umwefende Phantom-Arie "Til I hear you sing" wirklich überzeugen und dann das! "And I touched you. And embraced you. And I felt you. And with every breath and every sigh. I felt no longer scared. I felt no longer shy. At last our feelings bared beneath a moonless sky." Würg! Einzig das Finale von Teil 1 konnte ein wenig retten, denn das ungewöhnliche, rockige und schräge Duett zwischen Phantom und Gustave "The Beauty Underneath" ist ein Bühnenspektakel und wirklich spannend und mitreißend. Leider kommt dann wieder die Fanfiction durch und Gustave stellt sich als (uah!) leiblicher Sohn des Phantoms heraus. (ja, ja, die eine Nacht!)

Überhaupt, das Phantom: Diese Figur hat durch den Zauber gelebt, der mehr durch die Abwesenheit von Körperlichkeit entstand. Eine Stimme im Dunkeln, ein Schauder, den man mehr spürt als sieht, das macht ihn aus. In Love Never Dies gerät er viel zu menschlich, steht unter der Fuchtel der Girys und benimmt sich über weite Strecken wie ein verknallter Halbstarker. Das ist schade und raubt so manche Illusion.

Wo das Stück endlich Fahrt aufnimmt, ist, nach einem eher faden Song von Raoul, in dem er sich die Frage stellt, die jeder wahre Phantom Fan seit Ewigkeiten stellt, nämlich warum zum Teufel sich Christine für IHN entscheidet, die Konfrontation zwischen Phantom und Raoul "Devil Take the Hindmost". Erstens ist es eine super Nummer und zweitens kommt endlich Spannung auf, die sich in den Plädoyers der beiden vor Christines Auftritt weiter steigert. Schön ist danach eine der wenigen musikalischen Anspielungen auf Teil 1, als Christine sich wieder zwischen zwei Stühlen befindet und die Reprise von Devil. Es wird wirklich dramatisch: Singt sie das Lied oder singt sie es nicht, wobei man natürlich vom Score her weiß, dass sie es natürlich singt, ist ja nicht umsonst komponiert. Und das tut sie. "Love never dies" ist die Hauptnummer des Stückes, aber dennoch nicht das Herzstück, zu belanglos sind Text und Melodie, zu austauschbar, wenngleich live on stage durchaus ein großes Glanzstück für die Sängerin der Christine.

Nachdem ich vor der Aufführung nur eine sehr knappe Inhaltsangabe kannte, wusste ich nicht, wie es endet. Die Überraschung war groß, aber eigentlich im positiven Sinn. Kein Happy End. Christine entscheidet sich für das Phantom, wird aber von der eifersüchtigen Meg Giry dafür erschossen. Das Phantom verschwindet mit Gustave. Und eigenartigerweise funktioniert das Ende gut. Ein letzter Kuss erzeugt tatsächlich Rührung, es ist nicht lächerlich, nicht zu plakativ, sondern auf einer Ebene extrem berührend und entschädigt für vieles.

Ach ja, ansonsten waren da noch die Ensembles (entbehrlich), der Prolog (völlig fehl am Platz als Einstieg), Megs Nummer "Bathing Beauty" (satirisch gesehen wohl ganz witzig, aber eigentlich schwach) und ein paar wirklich schöne Licht-, Video- und Bühneneffekte. Ich bin unterm Strich froh, dass ich es gesehen habe und werde es wohl auch ein zweites und drittes Mal sehen und drei, vier Nummern haben es sogar aufs IPhone geschafft. Nach anfänglichen schweren Griffen ins Dramaturgie-Klo gelingt im zweiten Teil doch noch eine rettende Wende und so hinterlässt das Stück tatsächlich ein schmerzliches Gefühl in der Herzgegend. Ein bisschen Kitsch braucht man anscheinend doch. ;-)



Montag, 28. Juni 2010

Und, wo wart ihr am 26.6.2010?



Nachtwächterführung in Laa/Thaya

Man entwickelt einen gewissen Lagerkoller, wenn man einen Arbeitsplatz hat, wo es seit Wochen nur ein Thema gibt, welches sich 26-06-2010 nennt. Der Tag des Abschieds. Der Direktor der Wiener Staatsoper geht (endlich, sagen jene, die ihn kennen und als Chef hatten) in Pension, und die ganze Opernwelt tritt zur Gala an. Meine Bewunderung hält sich in Grenzen, denn der Staatsoperndirektor ist kein guter Mensch, der seine Angestellten seit ich denken kann mit grandioser Respektlosigkeit behandelt. Doch nach außen nichts als Glanz und Glorie. Charme hat er, Persönlichkeit, ein Entertainer ist er und weiß Gott, bei uns in Wien ist die Rolle des Schlitzohrs immer schon die beliebteste gewesen. Da ist ein bisschen Mobbing ein Kavaliersdelikt. Ich wünsche dem Staatsoperndirektor zum Abschied, dass er in der Pension wenig Zeit hat, über sich selbst nachzudenken, zwischen den Tennisplätzen und Talkshowstudios, zwischen Society Events und internationalen Opernhäusern. Denn manch einen, der mit sich alleine war, hat schon der Selbsthass erwischt...


Ich für meinen Teil habe den 26.6.2010 in Laa an der Thaya verbracht und eine der originellsten und kurzweiligsten Stadtführungen mitgemacht, die Buchhändler Michael Lehner vom Buchlaaden gekonnt durchführt. Nachtwächterführung, die nach Sonnenuntergang beginnt und einem in Vollmondnächten die Topographie, Geschichte und Mythenwelt Laas näher bringt. Ein interessantes und empfehlenswertes Erlebnis, das mir wohltuend gezeigt hat, dass es ein Leben außerhalb der Staatsoper und der Fußball-WM gibt, ein Leben, das aus historischen Anekdoten, phantastischen Geisterstories, Schildbürgerideen und herrlich uneitler Musik besteht. So hoch ist der Tellerrand nämlich gar nicht, man muss nur drüber schauen! :-)






Freitag, 25. Juni 2010

Schafe, Gänse, Gelsen und ein Pfau!



Meine zweite Freiluftlesung...

Die zweite sommerliche Lesung heuer war eine ganz besondere. Im perfekt passenden Ambiente am Rande des Auwalds des Waldgasthofes Lindenhof in Laa an der Thaya habe ich am Lagerfeuer aus "Jagdzeit" gelesen. Ein Wolf hat sich leider nicht blicken lassen, auch wenn es unweit im Nationalpark Thayatal sogar welche gibt. Dafür hatten wir andere tierische Gäste. Eine Gruppe Schafe, großteils schwarz, lustwandelte auf der nahen Insel, eine Fraktion Wachgänse sorgte dafür, dass niemand unkommentiert das Grundstück betreten konnte, ein Pfau lieferte die nötigen dramatischen Schreie und eine Legion Gelsen hat uns zum Abendessen verspeist. So ist sie eben, die wilde NATUR, die ich, ganz olivialike, natürlich mit hohen Schuhen betreten habe. Die Stimmung war sehr ansprechend gruselig, die Location ein Traum und Michael Lehner vom Buchlaaden gewohnt engagiert! Laa ist immer wieder eine Reise wert! :-)



 



Mittwoch, 23. Juni 2010

Karaoke



Nachdem der Direktor der Wiener Staatsoper trotz offensichtlicher Absenz jedes Talents wieder mit dem Gesang begonnen hat, ist bei mir ein plötzliches, akutes Interesse an Karaoke erwacht. Ehrgeizig war ich ja schon immer in jeder Hinsicht, und mein Ehrgeiz hat ein neues Ziel in Angriff genommen: Gerade Töne. Schon zum zweiten Mal habe ich heute im japanischen Karaokelokal meines Vertrauens geübt, dort gibt es wie in "Lost in Translation" Karaoke Separés, wo man als Gruppe unter sich ist, was in der derzeitigen Phase unerlässlich ist. Im Gegensatz zum Staatsoperndirektor weiß ich ja, dass ich nicht singen kann. Aber dafür löst dieses neue Hobby eine Inbrunst bei mir aus, die ich euch nicht vorenthalten will. :-) Hier also eine erste Version eines ewigen Lieblingsliedes von mir, gesungen für den Brother I Never Had mit der Stimme I don't have in keiner bestimmten Tonart in freier Interpretation. Wenn ich Glück habe, sind meine Kritiken ebenso hymnisch wie jene des Operndirektors, Nicht-Singen ist nämlich das neue Singen! ;-)


PS: Ihr dürft euch ruhig fremdschämen! *g*



Karaoke


Montag, 21. Juni 2010

In welche Richtung dreht sich die Ballerina?






Es handelt sich um eine optische Täuschung, die gleichzeitig etwas damit zu tun hat, welche Seite unseres Gehirns gerade aktiv ist. Probiert es aus. Mit etwas Konzentration kann man zwischen im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn switchen. Das ist ganz hilfreich, wenn man sein Gehirn anders polen will, von Kopf (gegen) auf Bauch (im).





Sonntag, 20. Juni 2010

Lesung Leibnitz "zuhören 2010" 18.6.2010



Meine erste Freiluftlesung...

Hauptplatz in Leibnitz, man stelle sich vor, ein wunderschöner, sonniger Freitagvormittag, der Ort lebt, tönt, klingt und ist voller Geräusche und Menschen. Auf dem Podium des Literaturcafés, das die Buchhandlung Hofbauer geschmackvoll als Schanigarten gestaltet hat, sitzt eine Autorin, die versucht, ein Kapitel zu lesen, in dem es um die Angst vor der absoluten Stille und Finsternis am Waldrand geht. Eine Probesirene, zahlreiche LKWs und zwei Feuerwehrautos später denkt sie sich im Stillen: Nicht grade die perfekte Kapitelauswahl! ;-)
Dafür war die Stimmung gut, das Publikum nett und die Organisation vorbildlich. Vom Wettergott gar nicht zu reden. Ich finde, es sollte mehr solche Veranstaltungen geben, sie beleben die Literaturszene immens und sind ein wichtiges Signal, dass Literatur unter Menschen gehört.


Einige bildliche Eindrücke, super eingefangen von Organisator Thomas Maric:





Es is nie passiert!




Mein neues Notfalllied ist auf der soeben erschienen CD "Bilder an der Wand" von Gert Steinbäcker drauf. Gerade in den letzten Monaten habe ich an mir selbst erlebt, welches auf und ab eine Veröffentlichung auslöst und wie schwer es einen niederschmettert, irgendwo, oft anonym zu lesen, wie schrecklich dieses Buch ist, in das man ein Jahr Herzblut gesteckt hat. Man muss einfach lernen damit umzugehen, das gehört dazu, wenn man der Öffentlichkeit ein Stück von sich auf dem Silbertablett serviert. Und in solchen Momenten tut so ein Song einfach enorm gut und ich singe ihn beim Auto fahren laut mit! Es is nie passiert!!! :-)


(...)

Viele neue Freunde hab´n Ideen für dich
Manche woll´n, was du net willst, von dir
Und obwohl´s einem oft schwer zu Herzen geht
Klappt man schnell zu, das Vollschutzvisier

Einer sagt zu dir was wunderbar´s, a And´rer, dass er di net will
Und plötzlich kommt a Meldung tief daher, dann steht die Welt kurz einmal still

Es haut di in die Höh´, dort schwebt ma tagelang
Dann geht´s wieder runter, es wird an angst und bang
Und aufgeb´n, hab´n ma g´sagt, sitzt der Schreck a tief
Tut man nur einen Brief!

Ob das Schicksal di g´rad´ streichelt oder quält
Ans is' sonnenklar, vor niemand´ auf der Welt
Wird´s je einen Kniefall geb´n, wurscht, wie eng dass ´s wird
Es is nie passiert!




Donnerstag, 10. Juni 2010

Bist Du hauptberuflich Schriftstellerin? Dein Gedicht "Yulnacht" ist toll interpre- tiert. LG Christine alias "Susan von Gilead" Danke für die Antwort!!!

Hauptberuflich, das ist eine gute Frage, ich weiß nicht recht, ab wann man hauptberuflich etwas ist und grade das Schreiben ist so ein unsicherer Beruf, man weiß nie, ob das nächste Manuskript verlegt wird, die nächste Idee Interessenten findet, die Leser sich für das interessieren, was man macht. Aber, ja, ich denke, zur Zeit bin ich hauptberuflich Schriftstellerin und arbeite nebenberuflich beim Theater...
lg Claudia

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Ich hoffe, die Frage ist nicht zu persönlich, was bedeutet dir Shakespeare und wie gefällt dir Plötzlich Shakespeare von David Safier? Hast du auch schon andere Bücher über Shakespeare gelesen, beispielsweise Alles über Shakespeare von Charlotte Lyn

Shakespeare bedeutet mir wahnsinnig viel, wobei ich mich aus allen Spekulationen über Urheberschaft und so raushalte. Ich liebe einfach seine Worte. Lies dir mal seine Sonette laut vor, das ist schöner als Musik, besser gesagt, das IST Musik. Safier hab ich noch nicht gelesen. es steht auf der Wunschliste, aber ich warte wohl eher das Taschenbuch ab (dass wir Schriftsteller reich sind ist ein weit verbreiteter Irrtum ;-) ), ich habe die Biografie von Burgess immer sehr geliebt, weil sie so plastisch und literarisch ist. Charlotte Lyn hab ich auch noch nicht gelesen. Klingt aber sehr gut! Am liebsten sind mir auf jeden Fall Shakespeares Originaltexte, gerne in tollen Aufführungen. So freu ich mich riesig auf "The Tempest" im Juli im Old Vic, gut gespielter Shakespeare ist immer ein Erlebnis!
lg Claudia

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wie wärs mit einem buch über leute die geherzt sind, das heißt, sie haben zb. ein löwenherz und können sich in einen löwen verwandeln und sehen als menschen löwenähnlich aus, haben die eigenschaften, usw.. es kann jede tierart sein und alle müssen gegen d

Das ist interessant. Hat nicht Nina Blazons neuester Roman ein ähnliches Thema? Er liegt noch bei mir auf dem SUB, aber ich bilde mir ein, dass es um Menschen geht, die den Schatten von Raubkatzen haben. In jedem Fall aber ein sehr schönes Thema. Ich war ja auch ein Fan von Ron Perlmans Vincent in "Beauty and the Beast", *schmacht*. Für die nähere Zukunft hab ich zwar schon andere Ideen, aber wer weiß, was die Zukunft bringt! lg Claudia

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Freitag, 4. Juni 2010

Livia




Eine Widmung...

Am 20.Juli 2009 ist meine kleine Nichte Livia geboren. Ungefähr zu dieser Zeit habe ich "Jagdzeit" fertig gestellt. Das war einer der Gründe, warum ich ihr das Buch gewidmet habe. Das Mädchen ist ein richtiger Sonnenschein und verzückt jeden mit ihren blonden Haaren und riesigen blauen Augen. Ich bin kein wirklich großer, bekennender Kindermensch, im Gegenteil, ich gehöre zu den Menschen, die sich in Lokalen immer weit weg von Familien setzen und brüllenden Kleinkindern im Supermarkt vor dem Süßigkeitenregal mit großer Intoleranz begegnen. Manchmal nehme ich auch die extra große Lindt Tafel zur Hand, halte sie dem Schreihals hin und sage: "Wenn man Geld verdient, kann man sich das Zeug kaufen!". Ja, ich weiß, das ist politisch unkorrekt und zeugt von sozialen Defiziten. ;-) Aber ein paar Monate nach Livias Geburt hat eine Freundin das neue Hintergrundbild auf meinem IPhone entdeckt und wäre fast vom Sessel gekippt: "Seit wann hast du B-a-b-y-Fotos am Handy???" Jetzt grinse ich die böse blickenden Leute an den Nebentischen bei Starbucks blöde an, wenn die Kleine zum zwanzigsten Mal ihr Spielzeug auf den Boden pfeffert oder wie am Spieß brüllt. So ändert sich die Perspektive, wenn man so ein Wesen in der Familie hat und auch noch wirklich von Herzen gern hat...



Freitag, 14. Mai 2010

Polly Shulman - Die Geheime Sammlung




Im New Yorker Repositorium der Verleihbaren Schätze...

Dieses Buch ist nicht nur äußerlich besonders liebevoll gemacht, es steckt auch eine bezaubernde Geschichte zwischen den wunderhübschen Buchdeckeln, eine, in die man an einem Regentag herrlich eintauchen kann, am besten mit heißer Schokolade mit Ingwer.
Elizabeth ist ein eher durchschnittliches fünfzehnjähriges Mädchen, das einen Job im New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze bekommt und damit in eine fabelhafte Welt alter Kunstgegenstände und magischer Märchenartefakte hinein fällt. Bald hat sie Freunde gefunden, stößt aber auch auch verdächtige Vorgänge, die das Repositorium und seine Angestellten in große Gefahr bringen.
Mit viel Liebe zum Detail und einem riesigen Schöpflöffel Phantasie gelingt es Polly Shulman, einen in ihre Märchenwelt zu ziehen, bis man, die Decke wohlig über den Kopf gestülpt, sich heimisch und in die eigene Kindheit versetzt fühlt. Manches ist sehr wohl dem Fundus derzeitiger Jugendliteratur entnommen, aber es fällt angenehm aus dem Rahmen, Klischees werden gebrochen, und dass Prinzen selbstherrlich, Prinzessinnen etwas eingebildet und die wahren Helden Schweinehirt und Küchenmagd sind, das ist eine Erkenntnis, die auch hier und da in Grimms Märchen steckt.
Mein einziger Kritikpunkt von der Warte des erwachsenen Lesers aus ist, dass das Buch eindeutig zu kurz ist. Ich hoffe sehr, dass es weitere Bände geben wird, denn so viele zauberhafte Ideen werden eingeführt und dann viel zu wenig bedient. Man will mehr vom Grimm Sammelsurium, dem Wells-Erbe, dem Garten der Jahreszeiten und dem geheimnisvollen Lovecraft-Fundus wissen, man möchte so viele Geschichten dazu erleben, das könnte unendlich Ende'sche Ausmaße annehmen, da wirkt die Auflösung dann sehr hastig und man ist viel zu rasch auf der letzten Seite angelangt.
Ein durch und durch märchenhaftes, spannendes und originelles Abenteuer für Kinder von 11 bis 111.




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