Montag, 28. Juni 2010

Und, wo wart ihr am 26.6.2010?



Nachtwächterführung in Laa/Thaya

Man entwickelt einen gewissen Lagerkoller, wenn man einen Arbeitsplatz hat, wo es seit Wochen nur ein Thema gibt, welches sich 26-06-2010 nennt. Der Tag des Abschieds. Der Direktor der Wiener Staatsoper geht (endlich, sagen jene, die ihn kennen und als Chef hatten) in Pension, und die ganze Opernwelt tritt zur Gala an. Meine Bewunderung hält sich in Grenzen, denn der Staatsoperndirektor ist kein guter Mensch, der seine Angestellten seit ich denken kann mit grandioser Respektlosigkeit behandelt. Doch nach außen nichts als Glanz und Glorie. Charme hat er, Persönlichkeit, ein Entertainer ist er und weiß Gott, bei uns in Wien ist die Rolle des Schlitzohrs immer schon die beliebteste gewesen. Da ist ein bisschen Mobbing ein Kavaliersdelikt. Ich wünsche dem Staatsoperndirektor zum Abschied, dass er in der Pension wenig Zeit hat, über sich selbst nachzudenken, zwischen den Tennisplätzen und Talkshowstudios, zwischen Society Events und internationalen Opernhäusern. Denn manch einen, der mit sich alleine war, hat schon der Selbsthass erwischt...


Ich für meinen Teil habe den 26.6.2010 in Laa an der Thaya verbracht und eine der originellsten und kurzweiligsten Stadtführungen mitgemacht, die Buchhändler Michael Lehner vom Buchlaaden gekonnt durchführt. Nachtwächterführung, die nach Sonnenuntergang beginnt und einem in Vollmondnächten die Topographie, Geschichte und Mythenwelt Laas näher bringt. Ein interessantes und empfehlenswertes Erlebnis, das mir wohltuend gezeigt hat, dass es ein Leben außerhalb der Staatsoper und der Fußball-WM gibt, ein Leben, das aus historischen Anekdoten, phantastischen Geisterstories, Schildbürgerideen und herrlich uneitler Musik besteht. So hoch ist der Tellerrand nämlich gar nicht, man muss nur drüber schauen! :-)






Freitag, 25. Juni 2010

Schafe, Gänse, Gelsen und ein Pfau!



Meine zweite Freiluftlesung...

Die zweite sommerliche Lesung heuer war eine ganz besondere. Im perfekt passenden Ambiente am Rande des Auwalds des Waldgasthofes Lindenhof in Laa an der Thaya habe ich am Lagerfeuer aus "Jagdzeit" gelesen. Ein Wolf hat sich leider nicht blicken lassen, auch wenn es unweit im Nationalpark Thayatal sogar welche gibt. Dafür hatten wir andere tierische Gäste. Eine Gruppe Schafe, großteils schwarz, lustwandelte auf der nahen Insel, eine Fraktion Wachgänse sorgte dafür, dass niemand unkommentiert das Grundstück betreten konnte, ein Pfau lieferte die nötigen dramatischen Schreie und eine Legion Gelsen hat uns zum Abendessen verspeist. So ist sie eben, die wilde NATUR, die ich, ganz olivialike, natürlich mit hohen Schuhen betreten habe. Die Stimmung war sehr ansprechend gruselig, die Location ein Traum und Michael Lehner vom Buchlaaden gewohnt engagiert! Laa ist immer wieder eine Reise wert! :-)



 



Mittwoch, 23. Juni 2010

Karaoke



Nachdem der Direktor der Wiener Staatsoper trotz offensichtlicher Absenz jedes Talents wieder mit dem Gesang begonnen hat, ist bei mir ein plötzliches, akutes Interesse an Karaoke erwacht. Ehrgeizig war ich ja schon immer in jeder Hinsicht, und mein Ehrgeiz hat ein neues Ziel in Angriff genommen: Gerade Töne. Schon zum zweiten Mal habe ich heute im japanischen Karaokelokal meines Vertrauens geübt, dort gibt es wie in "Lost in Translation" Karaoke Separés, wo man als Gruppe unter sich ist, was in der derzeitigen Phase unerlässlich ist. Im Gegensatz zum Staatsoperndirektor weiß ich ja, dass ich nicht singen kann. Aber dafür löst dieses neue Hobby eine Inbrunst bei mir aus, die ich euch nicht vorenthalten will. :-) Hier also eine erste Version eines ewigen Lieblingsliedes von mir, gesungen für den Brother I Never Had mit der Stimme I don't have in keiner bestimmten Tonart in freier Interpretation. Wenn ich Glück habe, sind meine Kritiken ebenso hymnisch wie jene des Operndirektors, Nicht-Singen ist nämlich das neue Singen! ;-)


PS: Ihr dürft euch ruhig fremdschämen! *g*



Karaoke


Montag, 21. Juni 2010

In welche Richtung dreht sich die Ballerina?






Es handelt sich um eine optische Täuschung, die gleichzeitig etwas damit zu tun hat, welche Seite unseres Gehirns gerade aktiv ist. Probiert es aus. Mit etwas Konzentration kann man zwischen im Uhrzeigersinn und gegen den Uhrzeigersinn switchen. Das ist ganz hilfreich, wenn man sein Gehirn anders polen will, von Kopf (gegen) auf Bauch (im).





Sonntag, 20. Juni 2010

Lesung Leibnitz "zuhören 2010" 18.6.2010



Meine erste Freiluftlesung...

Hauptplatz in Leibnitz, man stelle sich vor, ein wunderschöner, sonniger Freitagvormittag, der Ort lebt, tönt, klingt und ist voller Geräusche und Menschen. Auf dem Podium des Literaturcafés, das die Buchhandlung Hofbauer geschmackvoll als Schanigarten gestaltet hat, sitzt eine Autorin, die versucht, ein Kapitel zu lesen, in dem es um die Angst vor der absoluten Stille und Finsternis am Waldrand geht. Eine Probesirene, zahlreiche LKWs und zwei Feuerwehrautos später denkt sie sich im Stillen: Nicht grade die perfekte Kapitelauswahl! ;-)
Dafür war die Stimmung gut, das Publikum nett und die Organisation vorbildlich. Vom Wettergott gar nicht zu reden. Ich finde, es sollte mehr solche Veranstaltungen geben, sie beleben die Literaturszene immens und sind ein wichtiges Signal, dass Literatur unter Menschen gehört.


Einige bildliche Eindrücke, super eingefangen von Organisator Thomas Maric:





Es is nie passiert!




Mein neues Notfalllied ist auf der soeben erschienen CD "Bilder an der Wand" von Gert Steinbäcker drauf. Gerade in den letzten Monaten habe ich an mir selbst erlebt, welches auf und ab eine Veröffentlichung auslöst und wie schwer es einen niederschmettert, irgendwo, oft anonym zu lesen, wie schrecklich dieses Buch ist, in das man ein Jahr Herzblut gesteckt hat. Man muss einfach lernen damit umzugehen, das gehört dazu, wenn man der Öffentlichkeit ein Stück von sich auf dem Silbertablett serviert. Und in solchen Momenten tut so ein Song einfach enorm gut und ich singe ihn beim Auto fahren laut mit! Es is nie passiert!!! :-)


(...)

Viele neue Freunde hab´n Ideen für dich
Manche woll´n, was du net willst, von dir
Und obwohl´s einem oft schwer zu Herzen geht
Klappt man schnell zu, das Vollschutzvisier

Einer sagt zu dir was wunderbar´s, a And´rer, dass er di net will
Und plötzlich kommt a Meldung tief daher, dann steht die Welt kurz einmal still

Es haut di in die Höh´, dort schwebt ma tagelang
Dann geht´s wieder runter, es wird an angst und bang
Und aufgeb´n, hab´n ma g´sagt, sitzt der Schreck a tief
Tut man nur einen Brief!

Ob das Schicksal di g´rad´ streichelt oder quält
Ans is' sonnenklar, vor niemand´ auf der Welt
Wird´s je einen Kniefall geb´n, wurscht, wie eng dass ´s wird
Es is nie passiert!




Donnerstag, 10. Juni 2010

Bist Du hauptberuflich Schriftstellerin? Dein Gedicht "Yulnacht" ist toll interpre- tiert. LG Christine alias "Susan von Gilead" Danke für die Antwort!!!

Hauptberuflich, das ist eine gute Frage, ich weiß nicht recht, ab wann man hauptberuflich etwas ist und grade das Schreiben ist so ein unsicherer Beruf, man weiß nie, ob das nächste Manuskript verlegt wird, die nächste Idee Interessenten findet, die Leser sich für das interessieren, was man macht. Aber, ja, ich denke, zur Zeit bin ich hauptberuflich Schriftstellerin und arbeite nebenberuflich beim Theater...
lg Claudia

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Ich hoffe, die Frage ist nicht zu persönlich, was bedeutet dir Shakespeare und wie gefällt dir Plötzlich Shakespeare von David Safier? Hast du auch schon andere Bücher über Shakespeare gelesen, beispielsweise Alles über Shakespeare von Charlotte Lyn

Shakespeare bedeutet mir wahnsinnig viel, wobei ich mich aus allen Spekulationen über Urheberschaft und so raushalte. Ich liebe einfach seine Worte. Lies dir mal seine Sonette laut vor, das ist schöner als Musik, besser gesagt, das IST Musik. Safier hab ich noch nicht gelesen. es steht auf der Wunschliste, aber ich warte wohl eher das Taschenbuch ab (dass wir Schriftsteller reich sind ist ein weit verbreiteter Irrtum ;-) ), ich habe die Biografie von Burgess immer sehr geliebt, weil sie so plastisch und literarisch ist. Charlotte Lyn hab ich auch noch nicht gelesen. Klingt aber sehr gut! Am liebsten sind mir auf jeden Fall Shakespeares Originaltexte, gerne in tollen Aufführungen. So freu ich mich riesig auf "The Tempest" im Juli im Old Vic, gut gespielter Shakespeare ist immer ein Erlebnis!
lg Claudia

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wie wärs mit einem buch über leute die geherzt sind, das heißt, sie haben zb. ein löwenherz und können sich in einen löwen verwandeln und sehen als menschen löwenähnlich aus, haben die eigenschaften, usw.. es kann jede tierart sein und alle müssen gegen d

Das ist interessant. Hat nicht Nina Blazons neuester Roman ein ähnliches Thema? Er liegt noch bei mir auf dem SUB, aber ich bilde mir ein, dass es um Menschen geht, die den Schatten von Raubkatzen haben. In jedem Fall aber ein sehr schönes Thema. Ich war ja auch ein Fan von Ron Perlmans Vincent in "Beauty and the Beast", *schmacht*. Für die nähere Zukunft hab ich zwar schon andere Ideen, aber wer weiß, was die Zukunft bringt! lg Claudia

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Freitag, 4. Juni 2010

Livia




Eine Widmung...

Am 20.Juli 2009 ist meine kleine Nichte Livia geboren. Ungefähr zu dieser Zeit habe ich "Jagdzeit" fertig gestellt. Das war einer der Gründe, warum ich ihr das Buch gewidmet habe. Das Mädchen ist ein richtiger Sonnenschein und verzückt jeden mit ihren blonden Haaren und riesigen blauen Augen. Ich bin kein wirklich großer, bekennender Kindermensch, im Gegenteil, ich gehöre zu den Menschen, die sich in Lokalen immer weit weg von Familien setzen und brüllenden Kleinkindern im Supermarkt vor dem Süßigkeitenregal mit großer Intoleranz begegnen. Manchmal nehme ich auch die extra große Lindt Tafel zur Hand, halte sie dem Schreihals hin und sage: "Wenn man Geld verdient, kann man sich das Zeug kaufen!". Ja, ich weiß, das ist politisch unkorrekt und zeugt von sozialen Defiziten. ;-) Aber ein paar Monate nach Livias Geburt hat eine Freundin das neue Hintergrundbild auf meinem IPhone entdeckt und wäre fast vom Sessel gekippt: "Seit wann hast du B-a-b-y-Fotos am Handy???" Jetzt grinse ich die böse blickenden Leute an den Nebentischen bei Starbucks blöde an, wenn die Kleine zum zwanzigsten Mal ihr Spielzeug auf den Boden pfeffert oder wie am Spieß brüllt. So ändert sich die Perspektive, wenn man so ein Wesen in der Familie hat und auch noch wirklich von Herzen gern hat...




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