Dienstag, 28. September 2010

Das Ideal


Ein Selbstversuch Teil Acht

Ich bin immer noch frustriert. Meine jüngste Eroberung, im wahrsten Sinn des Wortes, ist DeJa_VU, 23, in Worten dreiundzwanzig, der ankündigt, Spaß mit mir haben zu wollen. Auf meinen dezenten Hinweis, dass ich Spaß genug habe und was Ernstes Erwachsenes suche, schreibt er mir doch tatsächlich "Ich hoffe du findest was du suchst, aber bis dahin könntest du MEHR spass haben. Könnten uns mal treffen, würde niemanden was schaden. Was hast du heute nacht vor?" Na toll. Ich könnte also meinen Wohlfühl-Nici-Anzug, die Flauschsocken, die Six Feed Under DVDs und mein Einpersonennachtmahl bestehend aus Vollkornbrot, Humous und Rohkost zurück lassen, um mich mit einem zehn Jahre jüngeren Typen zu treffen. Ich könnte eine wilde Nacht lang die vereinsamende Großstadtdreißigjährige mit Katze und die vernünftigen Kräuterteemischungen hinter mir lassen und all das nachholen, was ich offensichtlich als Twen versäumt habe.
Das Problem ist: Ich mag nicht. Die Couch ist so bequem. "Spaß", das klingt irgendwie bedrohlich! Die Vorstellung, die Wohlfühlsocken gegen High Heels zu tauschen, mich eine Stunde im Bad zurechtzuschrubben, -zupfen, -kleistern und -fönen und dann womöglich billigen Fusel zu trinken, um die kreativen Turnübungen einigermaßen locker duchzuliegen, macht mir Angst. Lieber lege ich die nächste DVD ein, gieße mir ein Glas von meinem teuersten Umathum Rotwein ein und döse mit der Katze auf dem Bauch langsam weg.
Ich bin mir darüber bewusst, dass ich bereits äußerst flirtplattformfeindliches Verhalten an den Tag lege. Aber verdammt noch mal, warum kann sich nicht ein normaler Mann in den Dreißigern bei mir melden, der mich in sein kuscheliges Lieblingsrestaurant ausführt, wo er mit mir über Literatur, Musik und eine neue Weltordnung plaudert, mit mir danach wildromantische aber unsportliche Liebesakte vollzieht, um sich dann sein Fledermauskostüm überzuwerfen, um für Recht und Ordnung im nächtlichen Wien zu sorgen, während ich seufzend an ihn denke und mich der gemütlichen Single-Katze-TV-Schreibnacht widme?
Nun ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Drei Hoffnungsträger gibt es noch in Datingnetzwerkwunderland. Mal schauen ob einer davon sich als Batman in Disguise entpuppt. Falls ja, berichte ich umgehend!

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1 Kommentare:

Katrin von Saiten hat gesagt…

Ich drücke die Daumen! Alle guten Dinge sind drei! Und wenn du in deinen literarischen Vergleich auch noch Comics aufnimmst, könnte es sogar mit Batman was werden ;) Oder du nimmst den "Zwo Eins Risiko"-MantelMann Darkwing Duck, denn manchmal ist die Kopie besser als das Original - je nachdem, was man mag ;)

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