Freitag, 15. Oktober 2010

Ich hohle Nuss, ich!


Ein Selbstversuch Teil Neun


Fehlt mir die Abenteuerlust oder habe ich zu viele Folgen schlechter Fernsehkrimis gesehen? Sandro34 unterbreitet mir folgendes Angebot:
Dein Profil ist peppig! Ich würde mich freuen, mehr voneinander zu erfahren. Hast Du Lust gemeinsam mit mir meinen Geburtstag am kommenden Sonntag/Montag im Rogner Bad Bad Blumau in den Hundertwasser-Thermen zu erleben? Das fände ich witzig und spannend! Manchmal muss man ein bisserl verückt sein mit einer Idee. Würden natürlich vorher schon noch telefonieren usw. um zu gucken, ob und wie wir uns beide verstehen. Herzlich Sandro."
Gibt es tatsächlich Frauen, die sich auf etwas derartiges einlassen? Hat man denen als kleine Mädchen nicht beigebracht, keine Süßigkeiten von Fremden anzunehmen oder als Teens zu irgendwelchen Typen ins Auto zu steigen? Welche Form der Edelprostitution suggeriert dieses Angebot und, weiter gefragt, wie viel Achtung wird mir als Mensch entgegen gebracht, wenn mich wer nach einem gnädigen Telefonat gleich in irgendein Hotel entführen will. Und das, man lese und staune, nur nach Studium eines Internetprofils, in dem ich auch weißgottwas herbeilügen könnte. Ich könnte in Wahrheit eine picklige Sechzehnjährige oder ein notgeiler Mittsiebziger sein. Es mag ja sein, dass mir die Coolness fehlt, um mich auf solche Ausartungen moderner Internetkommunikation einzulassen. Oder, wie BN1969 es formuliert, ehe er mein Profil sperren lässt: "Hohle Nüsse wie dich brauche ich eh nicht!" Auslöser für diese verbale Attacke war übrigens meine dezente Antwort auf seine "Lust auf einen Flirt im Chat" Nachricht, die sich auf seinen Profilpunkt "Worüber können Sie lachen?", Antwort "über die Ignoranz so mancher Zicke hier" bezog. Ich versuchte ihm zu erklären, dass das Ignorieren meiner Bitte, via Nachricht und nicht via Chat zu kommunizieren eigentlich der Inbegriff von Ignoranz ist und man dafür gar keine Zicke zu sein braucht. Nun, die hohle Nuss bin dann offensichtlich ich, aber damit kann ich leben. Besser hohl als voll mit Würmerexkrementen, könnte man argumentieren.
Dafür zeichnet sich an anderer Front eine reale Begegnung ab. Ich muss aufpassen, was ich schreibe, denn der Mann kann googeln. ;-) Was mich irritiert ist: Der ist zu perfekt! Wie geht man damit um, wenn man ohne viel Erwartung so ein Netzwerk betritt, sich umsieht, mit jeder Menge Müll zugeschüttet wird und dann blitzt da etwas durch, das tatsächlich viel versprechend ist? Welche unermessliche Erwartungshaltung entsteht daraus und wird sie der Realität stand halten? Ich bin bereit, das Risiko einzugehen, und das ist für meine Verhältnisse Abenteuer genug.

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1 Kommentare:

Sonja hat gesagt…

Wünsche viel Erfolg für die Begegnung... und wie wir ja aus Erfahrung wissen, können sich virtuell begonnene Freundschaften real wunderbar entwickeln. Warum nicht auch virtuell angebahnte Beziehungen?

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