Samstag, 4. Dezember 2010

Das Eponinesyndrom (repeat)


Eine Frage an alle Eponines dieser Welt: Was macht uns zu Eponine oder, anders gefragt, was macht uns nicht zu Cosette? Warum streifen wir nachts allein durch die Straßen, zählen die Lichter hinter fremden Fenstern und erfinden Träume, die nur Schäume sind? Anderswo werden Frauen selbst in noch so abgelegenen Gärten (und mit noch so üblem Couturefeeling!) gefunden, geliebt und vor Altäre geführt. Sie werden Mütter von reizenden Wunderkindern und haben fortan immer jemanden, der die zweite Portion Dosensuppe isst und zahlen nie Einzelzimmerzuschlag auf Reisen. Warum aber leiden manche von uns am Eponinesyndrom, kauern im Winkel und verzehren uns nach Männern, die uns einfach nicht sehen wollen? "Mach doch endlich die Augen auf, Marius!", wollen wir rufen, doch kraftlos drehen wir uns um, vergraben die Hände in den Manteltaschen und begnügen uns damit, dass wir ja immer noch in seinen Armen sterben können. Dummerweise spielen sich die aktuellen Revolutionen nicht mehr auf Barrikaden ab, sondern an den Computern dieser Welt. Also, liebe Leidensgenossinnen, lasst uns wenigstens seinen Maileingang mit Herzblut beflecken! Wenn wir schon an unerfüllter Sehnsucht den Tod an den von ihnen errichteten Barrikaden sterben müssen, dann lasst uns das wenigstens in Würde tun. Also los! An die Mailprogramme, an die sms-buttons, an die Blog-Seiten, es ist Zeit, euch etwas von der Seele zu schreiben und zwar mit voller Überzeugung:
Marius, du Idiot, du weißt ja gar nicht, was du verpasst! Ha!

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3 Kommentare:

Eponine hat gesagt…

Aber ist in dem Unerreichbaren nicht auch was wundervoll interessantes? Wer sagt, daß Cosette Marius nicht nach einiger Zeit ehe bereits auf dem Mond schießen möchte und es umgekehrt genauso ist? Eponine hingegen wird das nie heraus finden. Sie hat etwas wundervolles für ihn und ihre Liebe getan - zumindest im Buch - sie ist für ihn gestorben. Sie hat ihm das schönste Geschenk gemacht, sein Leben! Ich wage zu bezweifeln, dass Cosette das tun würde.
Man muss ja nicht gleich für seine Liebe sterben, aber der Gedanken dem anderen das Glück geben zu können - auch wenn man dabei selbst nichts davon hat - ist schon schön. :o)

... so, wer hat einen zu dem Thema passenderen Nicknamen? ;)

Claudia Toman hat gesagt…

Das mag schon sein. Aber ich wäre trotzdem lieber Eponine UND erfüllt. Dauerhafte Nichterfüllung ist wie wenn jemand jedes Jahr am 24.Dezember zu einem sagt: Weihnachten ist abgesagt, vielleicht nächstes Jahr. :-O

Eponine hat gesagt…

Ich war ja immer schon dafür, daß Eponine Marius vergessen sollte und auf Enjolras umsteigt. - Nein, bei mir nicht wegen Ramin ;o) - da aber gibts auch noch andere interessante. :o)

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