Montag, 21. März 2011

Leipzig 2011

Es begann eigentlich mit der denkbar größten Katastrophe. Eine Woche vor Beginn der Buchmesse Halsschmerzen. Ein Besuch beim Arzt: Angina. Noch optimistisch nahm ich Antibiotika. Als im Lauf der Woche aber alles irgendwie schlechter statt besser wurde und ich nach der Wiener Buchpremiere am Dienstag gar keine Stimme mehr hatte, suchte ich am Mittwoch, relativ verzweifelt Dr. Kürsten, den Sänger-HNO-Guru Wiens auf. Die vernichtende Diagnose: Kehlkopfentzündung. Zu dem Zeitpunkt gab es kaum eine Chance, die drei Lesungen in Leipzig zu retten. Ein ganzes Jahr lang hatte ich mich darauf gefreut, dieses Mal auf der Buchmesse präsentiert zu werden und jetzt ging alles den Bach runter. Entschlossen, trotzdem zu fliegen, bat ich meine Wiener Kollegin Gabriele Gfrerer, von der ich wusste, dass sie auch nach Leipzig fliegen würde, darum, im Notfall für mich zu lesen, wozu sie sofort bereit war, was ich ihr bestimmt nie vergesse. Das Cortison tat dann sein Übriges, und in Leipzig angekommen, riskierte ich es doch, zumindest einen Teil der Nachmittagslesung auf der Fantasyinsel zu machen. Danke Corinna und Carmen für die Fotos!

  (Fantasy Leseinsel 17.3.2011)
Mit sehr heiserer Stimme las ich Y, während Gabi mit viel Freude an der Gestaltung vor den Zuschauern die Wunder des Teegartens von Deus ex Machina näher brachte. Wunderbar theatralisch war dieses Zusammenspiel, wenn es sich nicht ergeben hätte, hätte man es beinahe planen müssen! Danach gab es noch ein kurzes aber wichtiges Gespräch mit meinem Agenten Joachim Jessen und dann hieß es ab ins Bett, schonen für die zwei Lesungen am Freitag.
In der Früh bekam ich wieder die tolle Schützenhilfe von Gabi, und gemeinsam machten wir uns auf, um uns auf für mich völlig neues Terrain zu begeben: Eine Schule. Im Sportgymnasium Leipzig durfte ich zum ersten Mal vor Schülern lesen. Ich übernahm wieder den Part von Y und traute mich, mit etwas mehr Verlass auf meine Stimme, auch an den Serverraum heran, was bei den Kids natürlich toll ankam.

 (Sportgymnasium Leipzig 18.3.2011)
Ausnahmslos alle Schüler waren mit Spaß dabei, stellten kluge Fragen und wollten Autogrammkarten, was - zugegeben - ein enormes Vergnügen war. :-)
Dann gab es Tom Yam Gung vom Bahnhofsasiaten, viel Tee und alle restlichen Kraftreserven, denn die Abendlesung musste ich im Alleingang absolvieren. Dafür war mein "Verlagsfanclub" da, meine Lektorin Kathrin Wolf und die Veranstaltungsorganisatorin Doris Schuck, die Glückskekse mitbrachte. Eine fiktive Tapferkeitsmedaille am Mantelkragen las ich mich tatsächlich durch das volle Lesungsprogramm im sehr atmosphärischen Café Pascucci vor gut besetzem Haus und Kettenleserin Sarah, die dankenswerterweise Fotos machte.

(im Café Pascucci 18.3.2011) 
Der Abend endete nicht auf der lauten Buchmesseparty in der Moritzbastei, sondern weitaus schöner, mit zwei tollen Frauen, Sarah und Kathrin, beim gemütlichen Teetrinken bis die Kellner uns mit klappernden Schlüsseln auf die Sperrstunde hinwiesen. Auf dem Zettel in meinem Glückskeks stand "In naher Zukunft wirst du deine Chance ergreifen!" Zu diesem Zeitpunkt war schon klar, dass ich Leipzig mit einer tollen, neuen Perspektive verlasse, und ich bin froh, dass trotz des stimmlichen Supergaus so liebe Menschen da waren, die mir die drei verrückten Tage verschönt haben. Danke Gabi, fürs uneigennützige Einspringen, danke Kathrin, fürs Unterstützen und Perspektivenbauen und danke Sarah, für die nette Gesellschaft und die tollen Fotos!


  (mit meiner Lektorin Kathrin Wolf)


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6 Kommentare:

beowulf hat gesagt…

Es war wirklich eine tolle Lesung auf der Fantasyinsel

Mimi hat gesagt…

T_T ich wer auch gerne mal bei der buchmesse ob ich das in meinem leben jemals schaffe mal da hin zu gehen

Fabella hat gesagt…

Ach mensch, so was ist ja wirklich ärgerlich. Schön, daß es trotz allem so gut geklappt hat, das freut mich für Dich!

Und Du siehst zumindest auf den Fotos kein bißchen krank aus!

Anonym hat gesagt…

Du hast dich im Café Pascucci super geschlagen, Hut ab, hätte nicht gedacht das deine Stimme durchhalten würde...

Sonja hat gesagt…

Danke für den netten Bericht und ich freu mich für Dich, daß Du das beste aus der Situation rausholen konntest :)

teamor hat gesagt…

Liebe Claudia,
du hast mir mit deinem Stimm-Super-GAU eine echte Freude gemacht :-) Mit dir zu lesen war eindes der Highlights meines Leipzig-Besuchs!
Ich wünsche dir eine rasche Wiederherstellung deiner Stimme und shcicke dir virtuelle Honig-Eibisch-Drops ;-))
Herzlich
Gabi

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