Samstag, 21. Mai 2011

Ich hatte ein Ticket für den Weltuntergang, aber er wurde abgesagt!


Judgement Day sagen die Engländer dazu. Der 89-jährige Harold Camping hat die Bibel analysiert und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Welt am 21. Mai 2011 um 18h der jeweiligen Ortszeit untergeht. Dabei kommt es zur "Entrückung" - gläubige Christen werden bei dieser Gelegenheit gerettet, alle anderen müssen auf der Erde bleiben und enden 5 Monate später in der Hölle, bei dreihundert Grad mit Aufguss oder so.
Ausgestattet mit der passenden Henkersmahlzeit - Frappuccino und Chocolate Caramel Shortbread - sowie dem perfekten Weltuntergangssoundtrack (Les Misérables - One day more) bin ich daher um 17:30 Greenwich Time zum Piccadilly Circus gepilgert. Fein, dachte ich, dass ich grad in London bin. Wenn man mich nämlich fragen würde, an welchem Platz ich am Liebsten untergehen möchte, dann wäre das der Piccadilly Circus, der für mich sowieso immer der Mittelpunkt der Welt war. Da saß ich nun, inmitten gackernder Französinnen, bei traumhaftem Sonnenschein, während zwei Afro-Europäer im Schweiße ihres Angesichts trommelten. Ich aß mein letztes Shortbread und trank meinen Henkersfrappuccino und wartete.
Etwas Eigenartiges geschah: Ich war wirklich bereit. Es gab nichts, das ich bedauerte, nichts, das ich mir vorzuwerfen hatte, nicht mal Dinge, die ich noch unbedingt hätte machen wollen. Ein Lebensdrittel ist zu Ende gegangen. Ich war komplett mit mir im Reinen. Ein komisches, ungewohntes Gefühl. Schließlich gibt es immer so viel, das man sagen, tun, erleben, erreichen, lernen und verstehen möchte. Doch heute um Punkt achtzehn Uhr hätte die Apokalypse ruhig stattfinden können.
Sie tat es natürlich nicht. Warum sollte die Welt auch auf die Zahlenspielereien eines alten religiösen Fanatikers hören? Während der wunderbare R.K. zu einem mitreißenden "One more day before the storm" ansetzte und die Französinnen weiterflatterten, ging das Jüngste Gericht unspektakulär vorüber. Ich knipste ein Erinnerungsfoto und wollte schon aufbrechen, als ich das Foto auf dem Display sah. Und so seltsam das klingt: Ich hab den Sinn des Judgement Day verstanden. Es geht nämlich nicht darum, dass irgendwer auf einem Wölkchen oder im Feuerchen landet. Es geht nicht um Belohnung und Strafe, Tod oder Wiedergeburt. Worum es geht, ist nur der Zustand des in sich Ruhens. Es geht um den Mensch selbst und seine Erkenntnis. Von all den Slogans und Werbebotschaften, die die Reklamewand des Piccadilly Circus zu bieten hat, bekam ich am 21.5. um 18:00 folgende Botschaft:


In diesem Sinne habe ich jetzt ein Motto für die nächsten zwei Drittel meines Lebens.
Danke Harold Camping! Ich hoffe nur, Sie sind nicht zu enttäuscht, wenn Sie morgen Früh in Ihrem Bett aufwachen statt an der Himmelspforte. Ich für meinen Teil bin zufrieden. :-)



Montag, 16. Mai 2011

Ist das Phantom der Oper echt?

Wer es ganz genau wissen will, kann mich die nächsten neun Tage auf meiner Recherche begleiten. Live-Tweets aus der englischen Hauptstadt halten euch auf dem laufenden darüber, ob meine Suche erfolgreich war.
Wer mir helfen, Hinweise schicken oder mich anfeuern möchte, twittert mit dem Hashtag #lookingforp
Ziel der Mission: Drei Beweise für die reale Existenz des Phantoms!





Beweisstück A

Das Fangirl ist tot. Es hat sich spätestens beim Finale von "Love Never Dies" in Tränen aufgelöst. Man kann von vielem ein Fangirl sein. Von Männern mit hübschen Mündern, Waschbrettbäuchen, knackigen Hintern. Von solchen, die gut singen, von solchen, die die Welt neu erfinden. Aber man kann das Fangirltum und den Respekt nicht unter einen Hut bringen. Ich saß im dunklen Zuschauerraum und war komplett absorbed - es gibt kein gutes deutsches Wort - davon, was auf der Bühne passiert. Es hat mich mitgenommen wie beim ersten Mal. 
Die Änderungen haben der Show gut getan. Sie ist straffer, logischer, magischer. Aber darum geht es gar nicht. Ich denke mittlerweile, dass es eine wirklich passable Show ist, es wird Teil Eins nie erreichen und vieles andere auch nicht, aber es ist dramatisches, gutes Musical mit einigen von Webbers besten Musikstücken. Clever, gleich die Highlights an den Anfang zu stellen. Welcher Zuschauer kann sich nach "Til I hear you sing" und dem Coney Island Waltz noch ernsthaft entziehen? Purer Theaterzauber. Dennoch, all das ist Nebensache. Denn was Ramin Karimloo anstellt, das ist vielleicht das Stärkste, das ich in der Musicaldarstellung je gesehen habe. Er ist zutiefst echt, hat die Rolle so sehr verinnerlicht, dass ich verblüfft feststelle: Er spielt das Phantom nicht mehr. Er ist es. Prüft sich, arbeitet dran, entwickelt es immer weiter. Daran ist das Fangirl gestorben, denn es ist nach so einer Vorstellung nicht denkbar, einen kleinen, hübschen, müden, lieben Mann um ein Autogramm zu bitten. Das wäre fast ein Paradoxon. Oder die Destruktion eines Ideals.
Scheitert meine Mission also schon im ersten Anlauf? Ich werde berichten!


Beweisstück B

Es lebe das Fangirl! Wenn man jemanden wirklich zu schätzen weiß und seine Arbeit für etwas ganz Besonderes hält, dann sollte man es ihm auch sagen. Ich denke, der Freude von fremder Anerkennung kann sich niemand entziehen. Also bin ich über meinen längsten Schatten gesprungen und habe zusammen mit Corinna nach der Vorstellung auf Ramin gewartet. Ich habe ja die Theorie aufgestellt, dass ein Mann, der so gut aussieht und zugleich so talentiert ist nicht existieren kann. Folglich müsste er computergeneriert, von Dreamworks animiert oder von Madame Tussaud's angefertigt worden sein. Die andere Möglichkeit, also die, dass es ihn tatsächlich gibt, würde die Frage auswerfen, ob Batman, Winnetou und Santa Claus nicht auch wirklich existieren.
Etwa fünfundvierzig bange Minuten hat es gedauert, bis ein Mann aus dem Theater trat, der freundlich lächelnd und ein wenig scheu das kleine Grüppchen begrüßte, das sich versammelt hatte. Dadurch dass es Mittwoch Abend und das Theater nicht sehr voll war, waren auch nur eine Handvoll Fans am Stage Door, was den gewaltigen Vorteil hatte, dass man sein gut einstudiertes Sätzchen entspannt loswerden konnte. "I've been in love with the Phantom ever since I was a child - wich was when you were a child actually - and I've never seen anyone perform it like you do. Thank you for that." Mir blieb gar keine Zeit, lang drüber nachzudenken, da hatte ich es schon gesagt. Und bekam ein scheues "Thank you!" und ausgesprochen hübsche Fotos mit Grübchen und einen Händedruck. "Wäschst du die jetzt nicht mehr?", fragte Corinna auf dem Weg ins Pub. "Ah, dafür bin ich schon zu alt, so etwas tu ich heutzutage nicht mehr", antwortete ich. Aber irgendwo in mir drinnen hat ein Fangirl leise geseufzt. Und ja: Er ist wirklich so schön. Er ist wirklich so talentiert. Und er ist echt. Bless him! :-)


Beweisstück C



Sonntag, 15. Mai 2011

Top 11 - Sexiest fictional men

Träumer wie ich haben eigentlich viel mehr fiktive Märchenprinzen als reale. Meine erste große Liebe war zB ein Auto. Ein sprechendes Auto namens K.I.T.T. ;-) Der lockige Typ drinnen war nicht so wichtig, aber diese Autostimme, hach. Aber restlos um mich geschehen war es, als ich auf der Reise nach Bruchtal in einem kleinen Gasthaus in Bree dem traurigen Waldläufer begegnet bin. Immer noch halte ich die Augen offen, ob er nicht doch durch die Straßen der realen Welt streift, um mich zur Elfe zu machen. Falls ihn wer sieht: Bitte sofort bei mir melden!



Freitag, 13. Mai 2011

Meine Zeitreise...

Mitten in Wien steht eine Zeitmaschine. Sie nennt sich Ronacher und hat mich heute im Schnelldurchlauf durch mein erstes Lebensdrittel geschmissen. Schuld daran war das Benefizkonzert "Musicalhits in Wiener Originalbesetzung", das Marjan Shaki und Lukas Perman ins Leben gerufen haben, und das in drei Stunden dreißig Jahre Wiener Musicalgeschichte abgehandelt hat. 
Als zu Beginn Gordon Bovinet den Jellicle Ball anstimmt, mit dem gleiche Akzent wie damals, bin ich wieder das sechsjährige Kind, das den ersten Liebesbrief ihres Lebens schrieb, an eine alte Katze namens Grizabella. Das Kind, das sich vor Macavaty zu Tode fürchtet, das den Rum Tum Tugger für einen Filou hält und tagein tagaus Memory singt. Cats war tatsächlich die erste Theaterliebe meines Lebens.
Als nächste tritt Luzia Nistler auf und singt "Könntest du doch wieder bei mir sein" aus dem Phantom. Auch im Nachhinein betrachtet hatte das Phantom eine undankbare Rolle. Es lag zwischen zwei großen Lieben, und obwohl ich es auch auswendig singen konnte und besonders das Phantom selbst sehr verehrt habe, hat die Liebe mich 1988 mit zehn Jahren so richtig gepackt. Das war das Jahr, als Les Misérables nach Wien kam. Der erste Aufsatz in der Schule, der meine damalige Volksschullehrerin veranlasst hat, mir große schriftstellerische Erfolge vorauszusagen, entstand zum Thema "mein schönstes Erlebnis". Ich schrieb darin über meinen Besuch von Les Misérables. Jedenfalls, als heute Abend Reinhard Brussmann und Norbert Lamla dreiundzwanzig Jahre später wieder auf der Bühne stehen und Les Mis singen, ist es so weit. Tränen. Wo sind die hergekommen? Es muss an der Zeitmaschine gelegen haben. Nebenwirkungen einer zu abrupten Zeitreise. Ich kann es nur so erklären: Diese zwei Stimmen in dieser Kombination, genauso wie Nistler und Goebel im Phantom oder die Wiener Cats Katzen, das war meine Kindheit, und ich schaue mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. Denn zum ersten Mal seit langem bin ich froh, so alt zu sein wie ich bin Warum? Weil: Ich war dabei! Ich hab es damals miterlebt, mitgeliebt, und das bedeutet mir so viel!



Es folgen Ausschnitte aus Freudiana, Elisabeth und Kuss der Spinnenfrau. Uwe Kröger war angekündigt, ist aber verhindert, was den sehr erfreulichen Nebeneffekt hat, dass ich Elisabeth sogar genießen kann (hehe!). Auch Elisabeth gehört zu meiner Geschichte, aber erstens war ich nie der totale Fan davon und zweitens hab ich mich daran irgendwann sehr satt gehört. Und Kröger geht sowieso gar nicht. Aber für ihn springt Felix Martin ein, was zu weiteren Les Mis Erinnerungen führt. Ethan Freeman singt Kitsch und Maya Hakvoort ein "Ich gehör nur mir", das mich gar nicht erreicht. Sattgehört. Das hab ich mich bei Webber und Boubil/Schönberg nie. Bei Levay schon.
Als nächstes Ausschnitte aus Die Schöne und das Biest und Tanz der Vampire. Ethan Freeman ist echt ein feiner Darsteller und Caroline Vasicek immer noch so süß wie damals. Aber TdV ist es, das mein Meilenstein war, damals, 1997. Was hatte ich darauf gewartet. Meine Teenagerzeit ist nämlich untrennbar mit Jim Steinman und Meat Loaf verbunden. Ich gebe zu, ich war enttäuscht, dass Steinman fast nur altes Material verwendet hat, und hab ihm das bis heute nicht ganz verziehen. So genial jeder seiner Songs ist, so geizig ist er in den letzten fünfzehn Jahren mit neuer Musik gewesen. Und ganz ehrlich gesagt nerven mich manche Nummern heute einfach nur noch. Der ganze Knoblauchquatsch und dieses Abronsiusgelabere langweilen mich extrem, was nicht am hinreißenden Gernot Kranner liegt, sondern an diesen Szenen an sich. Dann aber, vor der Pause des Konzerts, ein Höhepunkt. Cornelia Zenz singt "Totale Finsternis". Stand so am Programmzettel und ich dachte: Hä, wie soll das gehen? Das Ding ist ein Duett. Kurze Drew-Vorfreude, weil, was sonst? Oder? Und dann setzt das Tonband ein. Und es ist perfekt. Traurig. Stimmig. Schön. Denn unter dem Applaus des Publikums singt nicht irgendwer den Grafen mit Zenz, sondern der außergewöhnliche und unvergessene Steve Barton, viel zu früh verstorben, ist, zumindest in Foto und Tonbandstimme plötzlich im Raum. Pause mit sonderbarer Melancholie in der Luft.

Nach der Pause ziehen Chicago und Mozart relativ unbemerkt, wie damals im Theater auch, an mir vorbei. Lenneke Willemsen und Yngve Gasoy-Romdal singen gut und bekommen viel Applaus. Dann Maya Hakvoort, wegen Erkrankung von Eva-Maria Marold solo aus Jekyll & Hyde. Ich möre mich an Wildhorn wiederum nicht so leicht satt wie an Levay. Ich glaub mittlerweile, Levay ist satthörprädestiniert...
Dann Orgelklänge taaaaa-ta-ta-ta-ta-taaaaaa und eine Stimme aus dem Off. Das Phantom ist gelandet. Direkt aus dem Radiosender. Alexander Goebel tritt auf und singt die Musik der Nacht immer noch göttlich. Wenn nicht sogar noch reifer, klüger. Ihn mit aktuellen Phantomen zu vergleichen, macht keinen Sinn. Er ist der Goebel und wird immer den Nostalgiebonus haben. Tiefe Verbeugung.
Und dann Atem anhalten. Denn Hair ist angesagt. Womit wir beim Meilenstein meiner Twen Jahre angekommen wären. Als der übrigens sehr witzig durchs Programm führende Werner Sobotka Drew Sarich ankündigt, kreischen die jungen Mädels im Saal. Ich kreische nicht. Aber ich leuchte irgendwie von innen. 2001 saß ich im Raimund Theater. Das Licht ging aus, das Ensemble sang Aquarius. Und dann kam Drew. Ich kannte ihn nicht. Kein Mensch kannte ihn in Wien. In Deutschland hatte er als Quasimodo im Glöckner begonnen. Und dann war er der Wiener Berger und schlug mich damit feierlich zum Fangirl. Drew in Hair war eine Naturgewalt, jung, schön, lustig, wild, verrückt und wie ein ungeschliffener Diamant. Er wird ein Broadwaystar, sagte ich damals. Er wurde ein Broadwaystar. Und heute Abend leuchte ich, weil alle kreischen, weil ich immer geleuchtet habe und nie gekreischt. Heute singt er Donna, aber er singt es nicht mehr wie ein Rohdiamant, sondern wie ein Broadwaystar. Das ist schön und traurig zugleich. Ich möchte die Zeit zurückdrehen und den Drew von damals zurück. Aber ich will auch all die grandiosen Auftritte seither nicht missen, seinen Valjean, seinen Jesus Christ, seinen Krolock. Für ein einziges Mal noch mit der Zeitmaschine nach 2001, dafür würd ich vieles geben.
Zeitmaschine!!!

Ich mache jetzt die zwei Unsäglichkeiten, die folgen kurz, sonst wird das hier ein Roman. Die tolle Carin Filipcic, sowie Shaki und Perman singen aus Romeo und Julia. Und bei jedem Versuch das gleiche Ergebnis: Diese französischen Musicals werd ich nie mögen. Fahrstuhlmusik (Sorry Sonja, Elli, Andrea!) fällt mir ein. Oder Kaufhausmusik. Beim einen Ohr rein, beim anderen Ohr raus. Könnte es echt auch jetzt nicht nachsummen. Nicht mal ansatzweise. Kein Hauch Shakespeare weit und breit. Und Rebecca? Lassen wir das. Ja, aus dem wurde auch gesungen.
Danach habe ich mich dafür umso mehr über Andreas Biebers "Ich wär so gern ein Producer" aus den Producers gefreut. Das ist Erholung zum Mitsingen nach dem Fahrstuhl und dem Levay. Ich schunkle glücklich und find es schön. Dann noch mal Drew, diesmal mit Lisa Antoni zusammen aus Rudolf. Über das Musical wurde viel geschimpft. Ich halte es zwar immer noch nicht für das Überwerk, aber erstens war es die Rückkehr des lieben Broadwaystars nach Wien, was mir Freude bereitet hat, und zweitens ist es eben Wildhorn und nicht Levay. Wie gesagt, ich höre mich an Wildhorn nicht satt. Ob Jekyll, Scarlet Pimpernel oder vieles in Rudolf (aber nicht die schrecklichen Ensembles!), ich höre es oft und gern, doch nie satt.
Zum Finale singt Frau Sarich Ann Mandrella noch "Was wichtig ist" aus Ich war noch niemals in New York. Ja, hm, das spielt es auch in Wien. Der Song ist ganz nett, gesungen war es sogar sehr nett und die Veranstalter spielten dazu Fotos von hungernden Kindern aus Haiti ein, was politisch sehr nett und korrekt gewesen sein muss. Ich geh es mir trotzdem nicht anschauen.
Nach der Scheckübergabe, über 63.000 Euro Spenden, toll!, gibt es ein Preview auf Sister Act. No ja. Wenn es durchgehend so ist wie dieser Song wird es mich eher selten als Zuseher haben. Drew hin, Drew her. Dann sang der recht gute Chor (von Jerôme Knols durchgehend hübsch in Szene gesetzt) noch aus A Chorus Line und aus war die Zeitreise und emotionale Achterbahnfahrt. Cats, Phantom, Les Mis, Tanz der Vampire, Hair, Producers, Rudolf. Und halt noch ein paar andere Sachen dazwischen. ;-) Die Nostalgie begleitet mich jetzt ins Bett...


Samstag, 7. Mai 2011

Die TOP 11 Romane meines Lebens - Update


Eine äußerst unvollständige Liste...
Das ist ein wagemutiger Versuch, aber mal sehen, was dabei heraus kommt. Ich nehme mir die Freiheit, Buchserien einfach zu zählen, sonst komme ich nicht weit. Ich lasse auch die dramatische Literatur, Sachbücher und Märchen außen vor, schließe allerdings Romane für jedes Alter mit ein. Die Reihenfolge ist mehr oder weniger zufällig.

1. Stephen King "Es"
2. J.R.R. Tolkien "Herr der Ringe"
3. Joanne K. Rowling "Harry Potter"
4. Enid Blyton "Dolly"
5. Walter Moers "Die Stadt der träumenden Bücher"
6. Patrick Süskind "Das Parfum"
7. Haruki Murakami "Naokos Lächeln"
8. Helen Fielding "Bridget Jones"
9. Daniel Glattauer "Gut gegen Nordwind"
10. Michael Ende "Die unendliche Geschichte"
11. Ursula Poznanski "Erebos"

Das war jetzt irgendwie leicht und irgendwie schwer. Denn da ist ja auch noch Elizabeth George, die ich vergöttere, Conni Lubek, die mir so sehr gegen Kummer geholfen hat, da ist der grandiose Koji Suzuki, mein großer Hermann Hesse, Christine Nöstlinger, die Heldin meiner Kindheit, Wolfgang Hohlbein, Neil Gaiman, da sind all die restlichen Stephen King Romane, allen voran "The Stand", und, und, und. Ach herrje, so eine Liste wird wohl nie vollständig sein können. Dennoch. Diese elf Bücher da oben haben schon ein spezielles Regal in meinem Herz, jeder davon hat mich nachhaltig geprägt, daher habe ich mir leichter getan als befürchtet...


Freitag, 6. Mai 2011

Fangirl Again...



Damit hätte auch niemand gerechnet. Mit meinen reifen zweiunddreißigeinhalb Jahren werde ich tatsächlich noch mal zum Fangirl. Das hatte ich zuletzt zu Beginn dieses Jahrtausends, als im Wiener Raimundtheater Hair aufgeführt wurde und der hinreißende Drew Sarich das Bühnenlicht der Weltkarriere erblickte. Damals stand ich mit klopfendem Herzen vorm Haupteingang, bis endlich Einlass war, stürzte zur Besetzungstafel, um zitternd mein Urteil zu lesen: Spielt er oder spielt er nicht?
Sage und schreibe neun Jahre sind seither vergangen. Mit dreindzwanzig ist so ein Verhalten ja durchaus normal oder zumindest weitestgehend toleriert. Aber jenseits der Dreißig sollte man das Fangirltum hinter sich gelassen haben. Jedenfalls dachte ich das. Bis ER kam.
Ramin Karimloo ist genau elf Tage älter als ich. Und eigentlich habe ich mich in seine Stimme verliebt, als ich im vergangenen Jahr in London "Love Never Dies" gesehen habe, die Fortsetzung vom Phantom der Oper. Die Rolle des Phantoms hat es so an sich, dass das Gesicht des Darstellers weitgehend verunstaltet und mittels Maske verhüllt ist. Die Erotik dieser Figur liegt also ganz allein in Stimme und Charakter, was ja auch Hauptthema der Geschichte selbst ist. Jedenfalls hörte ich die grandios gesungene Version von "Til I hear you sing", eines der besten Lieder, das Webber je komponiert hat, hörte sie wieder und wieder und wieder, hingerissen von Schmerz, Leidenschaft und Männlichkeit in dieser Stimme. Und das alles ohne ein Gesicht dazu vor Augen zu haben. Bis zum Jubiläumskonzert 25 Jahre Les Mis. Für alle, die es nicht wissen: Ich bin ein Enjolras-Girl. In jeder Aufführung warte ich ungeduldig auf den Moment, wo die Studenten zum ersten Mal in Paris auftreten: "Where are the leaders of the land? Where are the swells, who run this show?" In neunzig Prozent der Fälle bin ich enttäuscht, denn Enjolras, dieser Anführer der Revolution, muss förmlich vor Leidenschaft explodieren, er muss die Bühne mit seiner Aura zum Leuchten bringen. Das kommt selten vor. Doch beim Jubiläumskonzert ist es passiert. Mit Donner und Blitz. Da stand ein Mann auf der Bühne, der irgendwie so aussah, als hätte ihn ein böswilliger Gott aus dem Himmel geschubst, weil die anderen Engel befunden haben: Der ist zu schön! Dieser Mann stand plötzlich auf der riesigen Bühne, machte den Mund auf und ich war wieder ein Fangirl.
Das geht doch gar nicht. Es ist eigentlich unanständig. Man kann nicht so aussehen, so eine Stimme haben, so ein Schauspieltalent und dann auch noch ein normaler, netter Typ mit Humor sein.  Hetero auch noch! Seit Tagen bin ich jetzt wild durch Youtube gepirscht, auf der Suche nach irgendeinem Fehler. Ein Pickel auf der Nase oder ein schiefer Ton, ein besoffener Auftritt, ein arrogantes Gelaber, irgendwas. Stattdessen finde ich heraus, dass der Kerl auch noch Lieder für seine Band Sheytoons schreibt, von eigentlich jedem Fan, der je beim Bühneneingang gewartet hat als knuffig, lieb und gentlemanlike beschrieben wird und scheinbar nicht nur zu den talentiertesten, sondern auch zu den beliebtesten Musicaldarstellern alive zählt. Einziges wirkliches Manko: Er ist glücklich verheiratet.
Das zweiunddreißigeinhalbjährige Fangirl macht sich jedenfalls nächste Woche zur vor Ort Recherche auf. Weil das geht so nicht! Dieser Mann ist zu toll als dass es ihn wirklich gibt. Daher werde ich  mich höchstpersönlich am Stage Door von Love Never Dies platzieren, um zu überprüfen, ob er nach der Vorstellung
a. die Flügel ausbreitet und heimwärts gen Himmel fliegt,
b. von den Technikern des Theaters an den Akku gehängt und im Fundus verstaut wird oder
c. womöglich nur eine kollektive Wunschvorstellung der weiblichen Erdbevölkerung ist, die in einem Akt gemeinsamer Law of Attraction Telepathie allabendlich zum Leben erweckt wird.
Der dazugehörige Bericht folgt! tbc...

PS: Rrrrrrrrrrrrrrrrrrramin!!! Lass mich die Maske sein! ;o)




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