Montag, 16. Mai 2011

Ist das Phantom der Oper echt?

Wer es ganz genau wissen will, kann mich die nächsten neun Tage auf meiner Recherche begleiten. Live-Tweets aus der englischen Hauptstadt halten euch auf dem laufenden darüber, ob meine Suche erfolgreich war.
Wer mir helfen, Hinweise schicken oder mich anfeuern möchte, twittert mit dem Hashtag #lookingforp
Ziel der Mission: Drei Beweise für die reale Existenz des Phantoms!





Beweisstück A

Das Fangirl ist tot. Es hat sich spätestens beim Finale von "Love Never Dies" in Tränen aufgelöst. Man kann von vielem ein Fangirl sein. Von Männern mit hübschen Mündern, Waschbrettbäuchen, knackigen Hintern. Von solchen, die gut singen, von solchen, die die Welt neu erfinden. Aber man kann das Fangirltum und den Respekt nicht unter einen Hut bringen. Ich saß im dunklen Zuschauerraum und war komplett absorbed - es gibt kein gutes deutsches Wort - davon, was auf der Bühne passiert. Es hat mich mitgenommen wie beim ersten Mal. 
Die Änderungen haben der Show gut getan. Sie ist straffer, logischer, magischer. Aber darum geht es gar nicht. Ich denke mittlerweile, dass es eine wirklich passable Show ist, es wird Teil Eins nie erreichen und vieles andere auch nicht, aber es ist dramatisches, gutes Musical mit einigen von Webbers besten Musikstücken. Clever, gleich die Highlights an den Anfang zu stellen. Welcher Zuschauer kann sich nach "Til I hear you sing" und dem Coney Island Waltz noch ernsthaft entziehen? Purer Theaterzauber. Dennoch, all das ist Nebensache. Denn was Ramin Karimloo anstellt, das ist vielleicht das Stärkste, das ich in der Musicaldarstellung je gesehen habe. Er ist zutiefst echt, hat die Rolle so sehr verinnerlicht, dass ich verblüfft feststelle: Er spielt das Phantom nicht mehr. Er ist es. Prüft sich, arbeitet dran, entwickelt es immer weiter. Daran ist das Fangirl gestorben, denn es ist nach so einer Vorstellung nicht denkbar, einen kleinen, hübschen, müden, lieben Mann um ein Autogramm zu bitten. Das wäre fast ein Paradoxon. Oder die Destruktion eines Ideals.
Scheitert meine Mission also schon im ersten Anlauf? Ich werde berichten!


Beweisstück B

Es lebe das Fangirl! Wenn man jemanden wirklich zu schätzen weiß und seine Arbeit für etwas ganz Besonderes hält, dann sollte man es ihm auch sagen. Ich denke, der Freude von fremder Anerkennung kann sich niemand entziehen. Also bin ich über meinen längsten Schatten gesprungen und habe zusammen mit Corinna nach der Vorstellung auf Ramin gewartet. Ich habe ja die Theorie aufgestellt, dass ein Mann, der so gut aussieht und zugleich so talentiert ist nicht existieren kann. Folglich müsste er computergeneriert, von Dreamworks animiert oder von Madame Tussaud's angefertigt worden sein. Die andere Möglichkeit, also die, dass es ihn tatsächlich gibt, würde die Frage auswerfen, ob Batman, Winnetou und Santa Claus nicht auch wirklich existieren.
Etwa fünfundvierzig bange Minuten hat es gedauert, bis ein Mann aus dem Theater trat, der freundlich lächelnd und ein wenig scheu das kleine Grüppchen begrüßte, das sich versammelt hatte. Dadurch dass es Mittwoch Abend und das Theater nicht sehr voll war, waren auch nur eine Handvoll Fans am Stage Door, was den gewaltigen Vorteil hatte, dass man sein gut einstudiertes Sätzchen entspannt loswerden konnte. "I've been in love with the Phantom ever since I was a child - wich was when you were a child actually - and I've never seen anyone perform it like you do. Thank you for that." Mir blieb gar keine Zeit, lang drüber nachzudenken, da hatte ich es schon gesagt. Und bekam ein scheues "Thank you!" und ausgesprochen hübsche Fotos mit Grübchen und einen Händedruck. "Wäschst du die jetzt nicht mehr?", fragte Corinna auf dem Weg ins Pub. "Ah, dafür bin ich schon zu alt, so etwas tu ich heutzutage nicht mehr", antwortete ich. Aber irgendwo in mir drinnen hat ein Fangirl leise geseufzt. Und ja: Er ist wirklich so schön. Er ist wirklich so talentiert. Und er ist echt. Bless him! :-)


Beweisstück C



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