Montag, 29. August 2011

+++Theaterkritik+++ Love Never Dies Forever!

Abschiede waren noch nie mein Ding. Darum die Tränen, während ich diesen Beitrag schreibe. Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, da saß ich im Adelphi in London, um mir die Fortsetzung von Webbers Phantom anzusehen. Es stand ziemlich weit oben auf meiner Liste: Dinge die die Welt nicht braucht. Immer diese Fortsetzungen von allem und jedem, was erfolgreich ist, wozu soll das gut sein? Dann aber ist Erstaunliches passiert. Da waren sie wieder! Die Melodien, für die ich Webber so liebe seit ich 5 Jahre alt war. Und einige seiner allerbesten machen aus dem, was eine mühsam gestrickte Fortsetzung hätte werden können ein Musical, das sich hinter dem Phantom nicht verstecken muss.  Der Coney Island Walz ist pure Magie, Til I hear you sing vielleicht Webbers beste Arie, Love Never Dies fast schon ein ewiges Statement, Beneath a Moonless Sky Gänsehaut und Beauty Underneath eine Rockhymne, wie es sie schon lange nicht mehr gab. Zwar fehlte es der Aufführung damals noch an diversen dramaturgischen Bögen, der Einstieg war katastrophal und manche Handlungen äußerst willkürlich. Aber die Musik habe ich wieder und wieder gehört seither, erstaunlich viele Nummern gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Und das Ende hat mich völlig unvorbereitet getroffen (ja, ich hatte nicht mal eine Inhaltsangabe gelesen!), ich habe geheult wie ein Schlosshund und konnte mich stundenlang nicht beruhigen. Phänomenal gemacht!

Der nächste Teil meiner Geschichte beginnt mit Ramin Karimloo. Ich habe ihn als Enjolras in meinem ewigen Lieblingsmusical Les Misérables im Rahmen des großen 25-Jahre-Konzerts gesehen und war augenblicklich Fan, Fan wie ich schon lange kein Fan mehr war, Fan mit allem Fantum, das man sich nur vorstellen kann. Und als mir dann klar geworden ist, dass das der Mann ist, dessen Stimme mich seit Wochen begleitet, der das Phantom in Love Never Dies so genial gesungen hat, war ich Feuer und Flamme, die Produktion wieder zu sehen. Mittlerweile gab es einen Castwechsel und eine gründliche Überarbeitung. Als ich schließlich im Mai zum zweiten Mal im Adelphi saß, war ich begeistert, wie sehr die Änderungen dem Stück gutgetan haben. Keine Schwächen mehr, keine Längen, sondern eine zutiefst berührende, zauberhafte, starke Geschichte, die für sich alleine steht und dennoch in sehr zärtlicher Art und Weise das Andenken des Phantoms in sich trägt, in kleinen, feinen musikalischen Anspielungen. Ich habe es mir innerhalb von einer Woche dreimal angesehen und am Ende dieser Woche habe ich es glühend geliebt. Geliebt wie seit langem keine Aufführung mehr. Es gibt vermutlich nur vier andere, die mich je so gepackt haben. Cats im Theater an der Wien als ich 5 war, Les Misérables im Raimundtheater als ich 10 war, Die Räuber im Burgtheater als ich 17 war, Hair im Raimundtheater als ich 23 war, Taboo in London als ich 25 war und jetzt Love Never Dies. Die Liebe zu einer Theateraufführung hat mir so gefehlt, in den letzten Jahren, selbst am Theater arbeitend, ist mir irgendwie der Zauber verlorengegangen, das Gefühl, Theater durch Kinderaugen zu erleben, nicht dauernd Fehler zu sehen, nicht auf die Beleuchtung und Schauspielkunst zu achten, sondern einfach reinzukippen. Und das hat mir Andrew Lloyd Webber zurückgegeben, er hat mich nach Coney Island entführt und wieder ein lachendes und weinendes Kind sein lassen.

"I had a taste of joy, the most I ever knew. And now there isn't any time and somehow our story is done..." Mehr als ein paar Monate durfte ich es nicht genießen. Im Juni wurde bekanntgegeben, dass sich für Love Never Dies am 27.8. der letzte Vorhang schließt. Mir war klar, dass ich es noch so oft sehen muss, wie ich kann, also ließ ich es mir nicht nehmen, im August zweimal nach London zu fahren, um beim Ende live dabei zu sein. Und was war das für ein Gänsehauterlebnis. Sir Andrew Lloyd Webber selbst kam und saß nur fünf Plätze von mir entfernt. Ich konnte ihn während der Vorstellung beobachten, sehen, wie auch er trauerte und werde diese zweieinhalb letzten Stunden nie vergessen. Wenn überhaupt möglich, gab jeder Einzelne der Darsteller noch einmal mehr, als gälte es, das letzte Mal unsterblich zu machen. Ramin hat "Til I Hear you sing" wie von einem anderen Stern gesungen und ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass das jetzt, spätestens, die Geburtsstunde vom Musicalstar unserer Generation war. Er wird es im Oktober beweisen, wenn er ein letztes Mal die Maske aufsetzt und das Phantom der Oper bei der 25th Anniversary Celebration in der Albert Hall singt.

Und jetzt lasse ich den Sir selbst die Abschiedsworte sprechen, weil er das viel besser kann als ich. Ich wünsche mir sehr, dass Love Never Dies bald wieder eine Chance bekommt, am West End, am Broadway oder auf Tour, denn ich glaube an dieses Stück! Und alle, die es lieben wie ich, wissen, was es bedeutet: Amor Numquam Moritur!



Freitag, 26. August 2011

+++Theaterkritik+++ Les Miserables, London


Les Mis ist ja kein Musical, das ich selten gesehen habe. Nicht mal nur oft, sondern sehr oft. Trotzdem gab es eine Phase, in der mich die Londoner Produktion nicht mehr überzeugt hat, zu routiniert, zu uninspiriert war vieles. Seit dem 25jährigen Jubiläumskonzert ist alles anders. Denn die neue Cast im Queens Theatre, teilweise aus der Konzertbesetzung hervorgegangen, begeistert auf ganzer Linie. Jede Figur ist sorgfältig neu erarbeitet und man kann sich an Ideen und Kleinigkeiten gar nicht sattsehen. Nichts mehr vom alten Trott, sondern Feuer, das meine Liebe zur Revolution neu entfacht hat.
Als Superstar wird Alfie Boe gepusht, und sein Operntenor ist in der Rolle des Jean Valjean auch strahlend und himmlisch anzuhören. Ein Hörgenuss! Allerdings ist seine darstellerische Leistung trotzdem sehr viel schwächer als die der anderen. Umso mehr möchte ich die Alternativbesetzung Jonathan Williams hervorheben. Der hat eine klassische Musicalstimme, sticht aber durch Bühnenpräsenz, Schauspiel und eine enorm liebenswerte Ausstrahlung heraus. Viel Reife für sein junges Alter und eine tadellose Gestaltung. Schade, dass einige "Fans" der Meinung sind, dass Vorstellungen ohne Alfie Boe nicht sehenswert sind, denn sie sind es sehr.
Völlig hingerissen hat mich Hadley Frasers Javert. Das Talent dieses Mannes ist ja bereits in seiner Darstellung vom ewigen Trinker Grantaire beim Jubiläumskonzert durchgeblitzt, aber was er als Javert zeigt, ist großes Musiktheater. Eine gewaltige Stimme, die von Tiefe bis Höhe keine Wünsche offen lässt und eine Interpretation dieser schwierigen Figur, die völlig neu und wahrscheinlich maßgeblich für zukünftige Interpreten wird. Der Javert unserer Generation! Kein Bösewicht, nein, nur ein pflichtbewusster Mensch, der sich verrennt und je mehr er sich in seinen Wahn hineinsteigert, desto verbissener daran festhält. "I am the law and the law is not mocked" singt er, bevor er an sich selbst zerbricht und wie Hadley Fraser dabei mit zitternden Händen einen letzten Versuch startet, die abhanden gekommene Normalität ("the world is upside down") herzustellen und die Knöpfe seines Mantels schließt, während der Rest von ihm bereits zerstört ist, ist großes Theater!
Ebenfalls hervorzuheben ist Matt Lucas' Gestaltung des Thénardier. Ein großer Komödiant, der wie kein Zweiter das Geheimnis von Timing beherrscht, sehr, sehr viel von sich selbst eingebracht hat und Thénardier zu einer Figur aus Little Britain gemacht hat. Wunderbar, schlüssig und genau die richtige Dosis überzeichnet. Katy Secombe ist ihm eine kongeniale Partnerin, ein echtes, modernes Ténardier-Dreamteam!
Nicht ganz überzeugen konnte mich Alexia Khadimes Eponine, und ich hab mich drei Aufführungen lang gefragt, warum. Immerhin ist Eponine meine Lieblingsfigur, da hat mich bisher noch fast jede erreicht. Das Problem ist: Ich glaub es ihr nicht! Ich sehe die echten Gefühle nicht. Zwar plärrt sie "Without him, the world around me changes" in lauten, schrillen Tönen, aber ich sehe nicht die Verzweiflung dahinter. Nicht mal bei Little Fall of Rain glaub ich ihr, dass sie Marius liebt. Ich glaub ihr nur, dass sie keinen Schmerz fühlt, aber eben das ist das Problem.
Nicht leicht hat es Liam Tamne  gehabt und es hat drei Aufführungen lang gedauert, bis ich mich mit ihm angefreundet hatte. Diese Rolle nach Ramin zu singen, ist halt schwierig. Aber er macht es trotzdem gut, ist sehr emotional und hat wunderbar echte Momente. Mir persönlich ist er aber zu wenig "männlich", zu wenig testosteronhaltig. Ich mag Enjolras eben als Anführer, der in jeder Sekunde Funken sprüht. Das tut Tamne nicht, er ist ein Junge unter Jungen, der irgendwie zufällig der mit der roten Fahne ist. Aber ansonsten gibt es nichts zu kritisieren und mittlerweile mag ich ihn auch wirklich gerne in der Rolle.
Caroline Sheens Fantine ist zwar gesanglich nicht die Überfrau, hat aber ein unglaublich liebenswertes, berührendes Auftreten und spielt toll. Lisa-Anne Wood als Cosette und Craig Mather als das Liebespaar Cosette und Marius sind brav. Mehr fällt mir dazu nicht ein. Aber das Stück macht es ihnen nicht leicht, die Rollen sind eben blass im Vergleich zu den anderen. Selbst ein Grantaire (etwas zu alkoholisch: Adam Linstead) kann mehr Persönlichkeit zeigen als Marius...
Alles in allem muss ich sagen: Toll! Danke, lieber Herr Mackintosh für diese frische, neue Cast, die mir mein Lieblingsmusical wieder neu ins Herz gesungen und gespielt hat! Verbeugung und Applaus!


Montag, 8. August 2011

Schatzsuche - Die Verlosung



Ich gratuliere!



Montag, 1. August 2011

+++ Schatzsuche +++ Österreichisch für Anfänger



Habt ihr den richtigen Buchstaben im Video entdeckt? :-)
Schreibt ihn euch auf, ihr werdet ihn am Ende für die Lösung brauchen!
Den nächsten Hinweis findet ihr bei Kerstin Pflieger. Viel Spaß beim Weitersuchen!

Info zum Gewinnspiel:
Zehn deutschsprachige Fantasy-Autorinnen und -Autoren laden zur »Schatzsuche« auf ihren Blogs und Webseiten ein. Unter den richtigen Einsendungen* werden zehn fantastische Romane verlost.
Und einer der Gewinner zieht den Jackpot: 10 signierte Romane von 10 verschiedenen Autoren. Unter den Preisen findet ihr auch signierte Exemplare von "Hexendreimaldrei" und "Jagdzeit", außerdem die tollen Debüts "Schattenblüte" von Nora Melling, "Die Alchemie der Unsterblichkeit" von Kerstin Pflieger, "Grim" von Gesa Schwartz und Bücher von Tanja Heitmann, Olga Krouk, Jeanine Krock, Michaela F. Hammesfahr, Stephan R. Bellem und Christoph Lode!

Wie geht‘s?
Einfach dem Pfad folgen, pro Seite einen Buchstaben finden und am Ende daraus das Lösungswort zusammensetzen. Keine Sorge, unterwegs gibt es reichlich Hinweise.

Wer kann mitmachen?

Jeder, der Lust hat und eine E-Mail mit dem richtigen Lösungswort und seiner vollständigen Anschrift* an schatzsuche@kerstin-pflieger.net schickt.
Am 8.8. ab 8.08 Uhr werden die Gewinner gezogen.
Viel Glück!
Eure Claudia

*Hier eingesandte Post- und E-Mailadressen werden nur für dieses Gewinnspiel gespeichert und weder weitergegeben noch für andere Zwecke verwendet.
Einsendeschluss: 8. August, 8.08 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.



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