Dienstag, 27. Dezember 2011

Philipp Bobrowski - Das Lächeln der Kriegerin



"Manchmal scheint es keinen richtigen Weg zu geben. Dann bleibt dir nur, dich mit Herz und Verstand für den besseren zu entscheiden." 

Das Mädchen, dessen Entwicklung im Mittelpunkt dieses Romans steht, muss lernen, dass alles seinen Preis hat. Lothiel, die fünfzehnjährige Tochter von Adar und Naneth, gerät mitten in der Unschuld ihrer Kindheit in den großen Krieg um Laindor, als sie Rochon, Bote aus der Grenzfeste, verwundet in der Nähe des Hofes ihrer Eltern findet. Mutig übernimmt sie selbst dessen Auftrag, die Botschaft über den Angriff des Feindes zur Königin zu bringen. Und wächst dabei über sich hinaus.
Was diesen Roman aus der Masse der Fantasyliteratur hervorhebt, ist mit Sicherheit die immer im Raum stehende Frage nach Recht und Unrecht. Ein junges Mädchen sieht sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, durch die Zwänge des Krieges zur Mörderin zu werden. Doch ist diese Notwendigkeit nicht etwas, das sie fraglos akzeptiert. Denn auch in den Gesichtern der Feinde stecken Menschen, auch im Bedürfnis, eigene Verluste zu rächen, steckt der Zweifel daran, ob einem das das Recht gibt, anderen Verluste zuzufügen. Der Autor macht das durch die Augen Lothiels wunderbar deutlich, lässt sie mal lächelnd im Blutdurst zur Kriegerin werden und im nächsten Moment über die eigenen Taten erschrecken. Das alles gelingt ihm mit einer flüssigen, geradlinigen und trotzdem äußerst gewählten Sprache. Die vielen Figuren überfordern nie, weil man die immer in Beziehung zur Hauptfigur Lothiel kennenlernt und sehr schnell sehr plastisch vor Augen hat, ebenso wie das Land Laindor.
Was ich kritisch anmerken würde ist, dass sich die Geschichte ruhig mehr Zeit nehmen dürfte. Besonders in der ersten Hälfte geht es mir persönlich oft zu schnell und einfach, da hätte es ruhig noch Hindernisse und Irrtümer geben dürfen, an denen die Heldin wachsen kann. Ab der Mitte finde ich das ausgeglichener, da hat die Geschichte mehr Raum. Arminas, die Königsstadt, ist liebevoll beschrieben und es ist angenehm anders, mal sowohl weibliche als auch männliche Helden Seite an Seite kämpfen zu sehen. Insgesamt hätte der Roman aber ruhig um ein gutes Drittel länger sein dürfen. Aber abgesehen davon habe ich mich blendend unterhalten, in Rochon auch eine neue Fantasylieblingsfigur gefunden und bin sehr gespannt auf weitere Romane von Philipp Bobrowski.


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