Montag, 2. Januar 2012

Dulcinea - Schriftsteller und Musen

Ein paar Gedanken zu einem Thema, das mich schon seit Jahren begleitet/beschäftigt/betrifft. Seit ich denken kann, gehört das Schreiben untrennbar zu meinem Leben. Genauso untrennbar ist es seit jeher mit dem Mythos der Muse verknüpft. Musen zu haben ist nämlich keineswegs ein männliches Phänomen, auch wenn das historisch betrachtet so aussieht. Auch wir Frauen haben Musen. Die besten Gedichte habe ich immer aus Schmerz über unerfüllte Musenträume geschrieben und auch in den männlichen Protagonisten meiner Romane steckt immer eine Portion Muse.
Was ist das überhaupt?
Eine Muse (griechisch Μοῦσα) ist eine Person, die einen anderen Menschen zu kreativen Leistungen anspornt oder inspiriert. Oft sind Musen Frauen und Männer im Umfeld von Künstlern und Künstlerinnen. Musen werden seit der Antike als göttliche oder genialische Inspirationsquelle für Künstler genannt (Musenkuss; von der Muse geküsst). Ursprung ist die antike Vorstellung, dass Ideen (das Denken) nicht selbst entwickelt, sondern von Göttern (oder eben Musen) von außen eingegeben werden. (Wikipedia)
Die schönste und poetischste Interpretation hat für mich immer noch Cervantes gefunden, als er Don Quichotte durch die Augen der Phantasie eine Dulcinea in einer Aldonza erkennen lässt. So funktioniert die Musenliebe. Sie hat weniger mit dem tatsächlichen realen Menschen zu tun, dem sie gilt. Die Muse ist ein Ideal, eine Wunschvorstellung und damit auch unantastbar. Realität zerstört höchstens das perfektionierte Bild. Und genauso wenig real ist die Liebe, die hinter diesem Ideal steht. Eine köstliche Chimäre der Künstlerseele, die mit keiner Tinte so gut arbeiten kann wie mit frischem Blut aus Herzenswunden. Wer noch nie eine Muse hatte, wird mich an dieser Stelle ebenso belächeln, wie der Ritter von der traurigen Gestalt von den Bauern belächelt wurde. Aber ich behaupte: Musen sind das Beste, das dem Schriftsteller passieren kann. Man sollte sie gut in Watte packen, damit sie keine Kratzer bekommen oder der Lack abbröckelt. Denn die Muse ist das Standbild unserer Sehnsucht und nur Sehnsucht gibt dem künstlerischen Moment Größe. Wie heißt es im Musical? "Thou hast always been with me though we have been always apart." 
Danke, Musen meines Lebens, woher würde ich schöpfen ohne euch? :-)



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