Ich habe Tanz der Vampire damals natürlich zur Uraufführung in Wien gesehen. Für mich war das ein sehnlich erwartetes Musical, so eines, für das man locker auf - sagen wir mal - mindestens einen Finger verzichten würde, immerhin bin ich riesiger Jim Steinman Fan, seine "Bat out of hell" CDs mit Meat Loaf gehören zu meinen großen Lebenslieben. Wen wundert es, dass ich völlig aus dem Häuschen war, dass mein liebster Komponist ein Musical komponiert. Ich saß zitternd drinnen und war so wahnsinnig gespannt. Nun ja. Die Enttäuschung war umso größer. Nicht dass es nicht toll gewesen wäre, aber es war fast komplett altes Material. Songs, die ich schon (in dann doch besserer Version von Bonnie Tyler und Meat Loaf) kannte, kaum Neues. Vielleicht habe ich deshalb bis heute eine gewisse innere Distanz zu dem Musical, das mein ultimatives werden sollte.
Aber dann gab es doch einen Moment, im letzten Jahr, als der wunderbare Drew Sarich die Rolle des Grafen Krolock übernahm und die Unstillbare Gier so sang, dass mir die Tränen aus den Augen schossen. Ich fand Steve Barton damals toll, sein Krolock ist ein Ereignis gewesen. Aber Drews Krolock hat dann trotzdem meine große Sehnsucht nach emotionalem Spiel hundertprozentig gestillt. Er ist nicht perfekt, aber er macht aus der Nummer einen unfassbaren Theatermoment. Ich zittere jedes Mal wieder.

Twitter
Facebook
Digg
Delicious
Stumble

