Freitag, 3. Februar 2012

Eins und doppelt...

Es sind Tage wie dieser, wenn ich grundlos niedergeschlagen oder aufgewühlt bin. Ich sehe dann die Fragezeichen in den Augen der Menschen, die ich liebe und vielleicht genauso grundlos kränke. Ich kenne den Grund, warum es diese Tage gibt. Ich kenne ihn und verdränge ihn doch immer wieder. Weil es zu wissen akzeptieren bedeutet. Und ich mir abgewöhnt habe, zu akzeptieren. Ich hab mir selbst das Wort verboten, nach dem ich doch heimlich in solchen Momenten google. Dann lese ich sie wieder, die Texte und Berichte, die vielen Worte zu einem der größten Rätsel der Menschheit. Und nur Goethe erlaube ich, hängenzubleiben. Ich habe nie mehr in dem Forum vorbeigeschaut, wo meine Geschichte steht, weil ich sie nicht mehr kennen will. Aber an den Tagen, wo ich grundlos Dinge spüre, lese ich wenigstens Goethe. Und schlafe danach wieder besser.

Dieses Baumes Blatt, der vom Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es EIN lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt,
Sind es zwei die sich erlesen,
Dass man sie als EINES kennt.

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Dass ich EINS und doppelt bin.

(Johann Wolfgang Goethe)

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