Montag, 9. April 2012

Ramin


Eine CD, auf die ich lang gewartet habe. Ramin Karimloos Debütalbum. Namens Ramin. Es scheint gerade in zu sein, dass Stars ihre CDs einfach so nennen wie sie vornamentlich heißen. Naja. Nachdem Ramin in den letzten zwei, drei Jahren zu so etwas wie dem Superstar des West End geworden ist, war es natürlich spannend, wie er seine erste Solo-CD gestalten wird. Dass es nichts mit seinen hinreißenden Folk-Ausflügen mit seiner Band SHEYTOONS zu tun haben wird, das war schnell klar. Zu meinem Leidwesen, zugegebenermaßen. Obwohl ich kein Folk-Fan bin, finde ich, dass das, was Ramin und Hadley aufgebaut haben, ganz was Besonderes ist. Und Hadley ist der bessere Songwriter von den beiden. :-)

1. Show me light: Hübsche Einstiegsnummer. Stiehlt Coming Home nicht die Show, führt aber Ramins Stimme schön ein und hat einen sofortigen Mitsing-Effekt. Nicht mehr, nicht weniger. Note 3.
2. Coming Home: Die Single. Ich muss sagen, ich mag es lieber, je öfter ich es höre. Die Zeile "in some other world you think you've lost me" ist genial, catchy und berührt. Ein Lied über Liebe, die hält. das ist schön. Und sehr klug gemacht. Note 2+.
3. Music of the Night: Wunderbar zarte Version mit sehr markanter Gitarrenbegleitung. Passt zu Ramin. I like. Darüber, wie hinreißend er diese seine ultimative Webber-Arie singt und wie sie direkt unter die Haut geht und sich dort festsetzt, muss man kaum noch was sagen. Hier ist es eben eine große Popballade geworden. Aber in a good way. "You alone can make my song take flight!" Note 1
4. Broken Home: Reißt mich jetzt nicht vom Hocker. Klassische Popnummer zum Thema "ich bin verliebt, es geht schief und ich kann an nichts anderes denken". Fröhlicher Mitwipprefrain zu einem eigentlich traurigen Text. Nett. Note 3
5. Guiding Light: Muse Cover. Hier kann Ramin alle Register seines Könnens ziehen. Die Stimme bekommt Flügel und nimmt einen mit auf eine Reise. Traumhaft, die Höhen, die Kraft, als wäre es für ihn geschrieben worden. Ich bin Feuer und Flamme und will mehr Licht, eindeutig! Das Original ist mir persönlich zu strange instrumentiert, da bin ich ausnahmsweise für die Weichspülung zu haben. Note 1.
6. Song of the Human Heart: Duncan Sheik Cover. Schöner Text, ein bisschen langweilige musikalische Umsetzung. Pop mich oder ich beiß dich. Etwas coolere Instrumentierung hätte ihm gut getan. Oder ein Refrain mit mehr Biss. Note 4.
7. Constant Angel: Was soll ich sagen? Es gibt kein Lied, auf das ich je so sehnsüchtig gewartet habe seit ich es im Herbst bei Ramins Konzert in Manchester gehört habe. Es ist für mich einer der besten Songs, die ich je gehört habe. Sowohl inhaltlich als auch musikalisch. "When it gets cold, too dark to see, reach in your soul and find me there, I'll always be your Constant Angel." Einer der seltenen Momente, wo alles stimmt und einen zu Tränen rührt. Note 1+ mit einem Herzchen.
8. Til I hear you sing: Und wieder geweint. Diese Nummer ist ja tatsächlich für ihn geschrieben und zwar von Genie Andrew Lloyd Webber. Und nie wieder wird es jemand singen wie er. Nie wieder. Wundervolle Version (ich besitze ja mittlerweile etwa zehn, zwölf verschiedene), poppiger, schneller, und trotzdem so voll Emotion. Webber und Karimloo, das ist die Kombination dieses Jahrzehnts, ganz eindeutig. Note 1.
9. Eyes of a Child: Sehr hübsches Lied, im positiven Sinn. Ich würde es gern akustisch hören, manchmal hab ich das Gefühl, die Songs sind ein bisschen überinstrumentiert, um möglichst massentauglich zu klingen. Für mich dürfte es weniger Schlagobers und mehr Kuchen sein. Aber unter dem Schlag steckt eine sehr berührende, zärtliche Nummer. Note 2.
10. Inside my world: Ja, ja, ja. Mehr solches Songwriting, Ramin! Die erste Nummer auf dem Album, die er (mit-) geschrieben hat, die mich überzeugt. "I came here with one suitcase, but no idea." Danke dafür! Wiederum: Nur mit Klavier wäre es groß gewesen. Sehr groß. Note 1-.
11. Everything I do (I do it for you): Bryan Adams Cover. Jo. Passt ins Set. Ist aber finde ich zu wenig edgy für Ramin. Hat zu Bryan Adams Schnurrestimme besser gepasst. Klingt in dieser Version ein bisschen weichgespült. Immer noch hübsch aber ungefähr so, als hätte Omo einen Werbejingle einsp(ü)ielen und von Dieter Bohlen produzieren lassen. Immerhin, Ramin versucht, sein Ding draus zu machen. Ist aber nicht ganz gelungen. Note 3.
12. Cathedrals: Jay Clifford Cover. Einfach ein genialer Song und ein wunderbarer Abschluss für die CD. Sehr gut ausgesucht. "In the cathedrals of New York and Rome, there is a feeling that you should just go home and spend a lifetime finding out just where that is." Und Ramins Version ist stark. Nicht so zart wie das Original, dafür rockt sie mehr. Note 1.

Fazit: Ein wenig schade, dass Ramin in die Hände eines gigantischen Labels wie Sony geraten ist. Gut für ihn, keine Frage, aber ich weiß, dass er mehr kann als streckenweise sehr massentaugliche Pop-Musik. Ich habe ihn Banjo spielen gehört und ihn Songs entwickeln gesehen. Ich kenne seinen sehr speziellen Musikgeschmack. Weniger Verkäufe und mehr Herz hätte ich bei den Sheytoons gefunden. Aber das Album hat zweifellos große Momente, allen voran Constant Angel, Guiding Light, Inside my World und die beiden Popversionen der Webber-Nummern. Seine Stimme ist einfach unverwechselbar und mit einer riesigen Range gesegnet. Das allein macht vieles wett und ist das Herzstück und die wahre Energie des Albums. In der Danksagung steht "My friend Hadley for inspiring me more than he knows." Und diese Erkenntnis ist schon mal eine, vor der ich mein Kapperl ziehe. Und ich warte geduldig auf die erste Sheytoons-CD...



Related Article:

Loading...

Popular Posts

Followers

Youtube

You can replace this text by going to "Layout" and then "Page Elements" section. Edit " About "
Claudia Toman. Powered by Blogger.
 

Nathan Fillion saved my life...

Wir waren da!

Translate

Es ist ein Fehler bei diesem Gadget aufgetreten.
                                         Steampunk Maus im Header gezeichnet von David Petersen.

Der Meister spricht...

Copyright 2010 Claudia Toman - Autorenseite. All rights reserved.
Themes by Bonard Alfin | Distributed by: free blogger template videobest blogger templates of 2013 | best vpn anonymous best vpn on mac