Montag, 25. Februar 2013

And the Oscar went...

Bild: SN/EPA

Heute Nacht hat die Academy mich wirklich glücklich gemacht. Ich habe ja gestern schon in meinem ersten Oscarpost geschrieben, welches meine Herzensfilme in diesem Jahr waren. Argo, Les Misérables, Django Unchained, Amour und vor allem Life of Pi, irgendwie mein sentimentaler Oscarfavorit. Als ich dann schrecklich nervös ins Burgkino kam, nach einem herrlichen zweiten Mal Django Unchained, habe ich mir mit Victoria, Rotraut und Thomas den Kopf zerbrochen, wer wohl was gewinnen wird, bis dieser Kopf schon ganz voll war. Trotzdem habe ich in vielen Kategorien beim Ausfüllen der Oscarwette mit dem Herz entschieden. Und es ist so wundervoll, wenn Herzensentscheidungen gewinnen. :-)

Gleich zu Beginn freute ich mich riesig für Christoph Waltz. Erstens war sein Dr. King Schultz in Django Unchained für mich mit Abstand die gelungenste Figur, die mir seit langem in einem Film untergekommen ist, hat damit zweitens mein Herz im Sturm erobert und das von Hollywood offenbar auch und drittens ist es einfach cool, wenn ein ganzer österreichischer Kinosaal in Applaus ausbricht, sobald der Name genannt wird. Ach, wir lieben unsere Helden so sehr.

Auch die Drehbuchkategorien, mir als Schreibender natürlich besonders wichtig, gingen an meine Wunschkandidaten, an Quentin Tarantino im Originaldrehbuch für seinen mitreißenden Django Unchained und an Chris Terrio im adaptierten Drehbuch für Argo. Beides Bücher, die einerseits durch große Geschichten, andererseits durch eine tolle Mischung aus Spannung, Humor und Figuren herausstechen. Wahre Ü-Eier unter den nominierten Filmen.

Die beste Nebendarstellerin wurde Anne Hathaway, auch das zu meiner großen Freude, weil man es erst einmal schaffen muss, mich beide Male, die ich Les Misérables bisher im Kino gesehen habe zu einem Wasserfall zu rühren, obwohl ich diesen Song schon hunderte Mal gehört und nie auch nur mit der Wimper gezuckt habe. Ich mochte sie ja schon als Prinzesschen, aber jetzt ist sie wirklich die Queen unter den jungen Darstellerinnen Hollywoods. Les Mis konnte noch den besten Ton und - etwas überraschend - Make-up und Frisuren abstauben. Da habe ich auf den Hobbit getippt. Aber hey (Insider) der Schnurrbart des Unnamed Army Officers hat somit offiziell einen Oscar, was will man mehr? ;-)

Nun zu meinen schönsten Momenten. Sie heißen alle Life of Pi. Es ist einfach mein persönlicher Herzensfilm in diesem Jahr und umso schöner war es, dass er nicht nur die erwarteten "technischen" Oscars für Kamera und visuelle Effekte abgestaubt hat, sondern auch zwei, die ihm wenige zugetraut hätten, beste Fimmusik (Mychael Danna) und beste Regie (Ang Lee). Damit ist es mit vier Oscars auch der meistausgezeichnete Film, für mich ein wunderbares Signal in Richtung meiner geliebten Traumwelt, gegen die harte Realität und damit auch irgendwie der Botschaft von Life of Pi entsprechend. Ein zauberhafter Moment.

Die beiden Hauptdastellerkategorien waren Favoritensiege. Daniel Day-Lewis war Lincoln, da war nicht dran zu rütteln, völlig gerechtfertigt. Etwas traurig war aber die Wahl von Jennifer Lawrence. Ich fand sie absolut toll in Silver Linings Playbook und hatte ursprünglich auch auf sie getippt. Aber angesichts der Tatsache, dass Emanuelle Riva am Tag der Oscarverleihung 86 wurde, mit Amour ihren letzten Film gemacht hat und darin überragend war, war selbst die Gewinnerin irgendwie überfordert mit ihrer Wahl. Immerhin durfte das österreichische Kinopublikum noch einmal applaudieren, als Michael Haneke für Amour den besten fremdsprachigen Film gewann. Aber man hätte es Riva so sehr gegönnt.

Bleibt noch der wichtigste Oscar. Es war ein Favoritensieg. Und zugleich mein Favoritensieg. Und ich habe mich selten so sehr über einen Best-Picture-Oscar gefreut wie über den für Argo. Gerade auch deshalb, weil Ben Affleck bei den Nominierungen für beste Regie unelegant übergangen wurde, was der Moderator des Abends, der eher enttäuschend unspektakuläre Seth MacFarlane, gleich am Anfang humorvoll damit erklärt hatte, dass dieser Film über eine CIA-Aktion so geheim war, dass man nicht einmal den Regisseur kannte. Afflecks Dankesrede fand ich auch in dieser Hinsicht sehr berührend. Ich werde mit Sicherheit das weitere Filmschaffen dieses Spitzenregisseurs verfolgen und hoffe, dass er in Zukunft mehr Anerkennung auch aus dem Lager der Regisseure bekommt, denn wie kein anderer Film hat Argo in diesem Jahr bewiesen, dass es sie noch gibt, die Filme, die alles haben, denen absolut nichts fehlt. Und wenn das nicht Verdienst des Regisseurs ist, was dann?

Bleibt mir noch mein persönliches erfreuliches Happy End zu erwähnen: Im sehr gut besuchten Burgkino hat tatsächlich niemand mehr Punkte bei der Oscarwette erreicht als ich! 24 Punkte und damit einen Moviepass für fünf Gratisfilme gewonnen. Und um das Glück vollständig zu machen: Auch Thomas hat einen Moviepass gewonnen, allerdings mit 23 Punkten, was mich auch in der gruppeninternen Wette zur Siegerin macht. :-) Ich danke meinen wunderbaren Freunden und Begleitern Victoria, Rotraut und Thomas für eine kurzweilige, spannende und gemütliche Ü-Eier-Oscarnacht!

Und jetzt noch Ben Afflecks Rede zum Abschluss. Weil: "It doesn't matter how you get knocked down in life, 'cause that's going to happen. All that matters is that you gotta get up!"



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