Montag, 24. Juni 2013

Tandem - Woche 27

Tandem der Woche ist ein gemeinsames Projekt von Elsoron und mir. Montag ist Tandem-Tag, jede Woche gibt es ein Fundstück zu entdecken, sei es ein Bild, ein Zitat, ein Video oder ein Song, zu dem wir unabhängig voneinander jeder einen kurzen Text schreiben werden.

Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, 
wenn sie vergeht. 
Christian Friedrich Hebbel

Und genauso ist es, jeden Tag.
Gegen die Blüten Antihistamine,
Gegen den Schmerz Psychopharmaka
Und gegen das Glück Notfalltropfen
Rezeptfrei aus der Apotheke.
Vom Fliegen Übelkeit,
Vom Essen Verdauungsprobleme.
Sommerkreislauf, Winterdepression,
Alles auf Krankenschein, versteht sich.
Und wenn wir lieben,
Sehen wir bloß gesundheitliche Risiken,
Kaufen extra reißfeste Kondome
Gegen unsere Berührungsangst.

Und die Sternschnuppe, fragst du?
Was hat sie damit zu tun?
Keine Ahnung, ich habe nie eine gesehen.
Ich lebe unter einer Käseglocke
Aus Smog, Insektenspray und Luftraumüberwachung.
Wünsche sind nicht keimfrei und verboten.
Aber eines Tages gehe ich barfuß im Regen,
Esse ungewaschene Pfirsiche,
Setze mich in einen Heißluftballon
Und steige höher, immer höher.
Weil ich ein einziges Mal wissen möchte,
Ob die Sternschnuppe wirklich leuchtet,
Wenn man mit Quarantänevorschriften bricht.



Samstag, 22. Juni 2013

Stephen King - Joyland


Von Ihrem "Hollywoodgirl" aufgenommen!

Ich tu mir etwas schwer mit dieser Rezension. Ich bin bekennende King-Süchtige, habe alles von ihm (bis auf sein Hauptwerk Der dunkle Turm, leider, immer noch, aus Zeitmangel) gelesen, und bis auf sehr wenige Ausnahmen (Puls und Wahn zum Beispiel) alles geliebt. Zumindest alle Romane. Und genau da hab ich jetzt ein Problem. Weil Joyland eigentlich kein Roman ist. Es ist eine zu lang geratene Novelle. Und die King-Novellen und -Kurzgeschichten sind zwar großartig an sich, aber es sind nicht die Texte, die ich liebe. Was vielleicht auch damit zu tun hat, dass ich generell keine Kurzgeschichtenleserin bin.

Wie ich darauf komme? Erstens ist es offensichtlich, ein King auf 350 Seiten? Eigentlich unmöglich. Zweitens die Perspektive. Durchgehend ein Ich-Erzähler. Untypisch für King-Romane. Insgesamt kaum ein Jahr, in dem die Handlung sich abspielt, mit Fokus auf wenige Monate. Und, schlussendlich, auch ein sehr abgespeckter Plot, ohne die üblichen King-Wucherungen, die ich so vergöttere.

Also, hat mir Joyland nicht gefallen? Doch, schon, einwandfreie vier Sterne, es ist für sich eine wunderbare, kleine Geschichte mit Sehnsuchtssetting und einer von anderen Rezensenten treffend erkannten "Altersweisheit." Das Problem ist eher, dass ich mir von "meinem" King einfach den Überhit erwarte, jedes Mal und umso mehr, wenn es um einen Vergnügungspark in den Siebzigern geht. Hey, das ist genau meine Story, habe ich gedacht, die hat er speziell für mich geschrieben. Aber dazu hätte Joyland plastischer sein müssen. Es gibt schon Momente, wo die gewohnte Kunst durchblitzt, aber weitestgehend bleibt es novellenartig nur an der obersten Schicht und vielleicht hier und da etwas Füllung, aber diese Tiefe, die man ein Leben lang nicht vergisst, die sich in Storys wie Es, Sie, In einer kleinen Stadt, The Stand, Das Bild, The Green MileShining oder auch meinen jüngeren Lieblingen wie Love oder Der Anschlag auftut, von der ist Joyland weit entfernt. Und auch von so fesselnden Spektakeln wie Die Arena, Cujo oder Friedhof der Kuscheltiere. Dazu ist es viel zu sehr Milieu- und Locationstudie und zu wenig Spannungsroman. Für sich genommen, als 350-Seiten-Novelle, ist es schön, berührend, klug und erzählerisch gut gemacht. Für einen Roman fehlt mir das Fleisch. Nicht missverstehen, nicht der Horror. Ich habe nie wert auf den Horroraspekt in Kings Romanen gelegt, schließlich gehört Love zu meinen Lieblingsromanen von ihm. Aber die Intensität der Figuren und Szenen, die geht mir ab. Nicht umsonst werden ein Bill Denbrough, ein Stu Redman, eine Annie Wilkes, ein John Coffey, eine Rosie Daniels oder ein Jack Torrance mein Leben lang an meiner Seite sein. Und obwohl Joyland das Potential für tolle Figuren hat, schöpft es das nicht aus. Und darüber bin ich ein wenig enttäuscht.

Die Meinungen werden sicher auseinander gehen. Irgendwer erwähnte, dass Joyland nichts für richtige King-Fans ist. Dem stimme ich zu. Nur wurde das auch über Love gesagt und da habe ich nicht zugestimmt. Ich denke, es ist nicht hundertprozentig für diejenigen Fans, denen Es, The Stand oder selbst Der dunkle Turm zu kurz waren. Die gern in ein Universum eintauchen und mit einem Dutzend verschiedener Figuren mitleben wollen. Für Fans seiner Kurzgeschichten oder von Wahn und sogar vom Anschlag sehe ich dagegen großes Potential für Begeisterung, weil King in Joyland sicher als großer, gereifter Erzähler auftritt, der kein Spektakel mehr braucht, um menschliche Gefühle und Entwicklungen zu zeigen. Für Fans von den Horror-Spektakelbüchern: Finger weg!


Montag, 17. Juni 2013

Tandem - Woche 26

Tandem der Woche ist ein gemeinsames Projekt von Elsoron und mir. Montag ist Tandem-Tag, jede Woche gibt es ein Fundstück zu entdecken, sei es ein Bild, ein Zitat, ein Video oder ein Song, zu dem wir unabhängig voneinander jeder einen kurzen Text schreiben werden.

(c) Claudia Toman
Großstadtbear

Morgens Times und abends Evening Standard
Immer am Puls der Zeit
Newsabsolvent und Infojeur
Spielt er das Spiel der Macht
Aus dem Honeybear Building an die Bearse.
Dazwischen Breakfast bei Bearger King.
Ein Bearenjob.

Trägt Hugo Boss unterm Bearenfell
Und eine silbearne Rolex, als Understatement.
Zum Lunch nur das Bearste
Tee mit Honig im Ritz
Weil er es sich leisten kann und übearhaupt.
Man muss zeigen, wer man ist.
Als Bear von Welt.

Nur nachts liegt verloren
Der Bearenpelz neben dem Bett
Nackt träumt er von gar nichts
Weil er schon alles hat.
Dann nimmt er Pillen gegen die Übeardrüssigkeit
Kratzt sich die juckende Haut blutig
Und übearlebt.



Montag, 10. Juni 2013

Tandem - Woche 25

Tandem der Woche ist ein gemeinsames Projekt von Elsoron und mir. Montag ist Tandem-Tag, jede Woche gibt es ein Fundstück zu entdecken, sei es ein Bild, ein Zitat, ein Video oder ein Song, zu dem wir unabhängig voneinander jeder einen kurzen Text schreiben werden.

(c) Elsoron

Der Kuss

Ich lächle
Unter meiner Maske
Du siehst nur 
Die erstarrte Hülle
Und das Licht 
Das auf den Wangen glänzt.
Was darunter, ist mein.

Ich weine
Hinter meinen Augen
Dort drinnen
Bin ich kopfwärts traurig
Und kein Licht
Das durch den Schatten dringt.
Was darunter, ist mein.

Doch manchmal
Lüfte ich die Maske
Dann siehst du
Was inwendig wendet
Und mein Licht
Das deine Lippen streift.
Was darunter, ist dein. 



Montag, 3. Juni 2013

Tandem - Woche 24

Tandem der Woche ist ein gemeinsames Projekt von Elsoron und mir. Montag ist Tandem-Tag, jede Woche gibt es ein Fundstück zu entdecken, sei es ein Bild, ein Zitat, ein Video oder ein Song, zu dem wir unabhängig voneinander jeder einen kurzen Text schreiben werden.

(c) Claudia Toman

Die drei Fragen

Als du mich fragtest, warum ich dich liebe
Antwortete ich:
Weil du es nicht weißt.

Als du mich fragtest, wie lange schon
Antwortete ich:
Seitdem ich dich suche.

Und als du mich fragtest, bis wann es dauert
Antwortete ich:
Bis du es vergisst.




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